Permakultur im Kleinformat

Meine Balkonwoche: Beeren, Blätter, Blüten

Posted on Mai 15, 2018 in Ernte, Insekten, Urban farming

Sehr warm und mit anhaltender Trockenheit hat sie angefangen, die vergangene Balkonwoche. Unseren Pflanzen dürfte letzteres nicht viel ausgemacht haben, so oft wie ich mit der Giesskanne herumgerannt bin 🙂  Trotzdem hatte ich das Gefühl, auch sie haben sich nach einer Regendusche gesehnt, damit der Blütenstaub von ihren schönen Blättern gespült wird. Der sonnenliebende Salbei hat angefangen zu blühen ♥ Wenn ich Salbei benötige, dann schneide ich nur jeweils einzelne Blättchen ab, die Blüten belasse ich als Nektarquelle für die Insekten:

Bei der Wärme haben auch die Erdbeeren riesige Fortschritte gemacht, die erste Ernte des Jahres wird nicht mehr lange auf sich warten lassen und ich plane bereits, was ich mit den kostbaren Beeren kulinarisch anstellen werde, mehr dazu folgt hier in Kürze 🙂 :

Solange er immer nasse Füsse hat, wächst der Haselstrauch zufrieden der Sonne entgegen und verspricht auch dieses Jahr wieder eine schöne Nussernte ♥ Unglaublich, was auf einem Balkon alles gedeihen kann:

Am Sonntag Abend dann endlich kam der langersehnte Regen. Und zwar ein feiner, schöner Landregen, ganz sachte fing es an zu tröpfeln, dann immer stärker… so konnte der vollkommen ausgetrocknete Boden das Wasser aufnehmen und es kam zu keinen Überschwemmungen. Die Natur hat aufgeatmet. Den grossen Blättern der Malve stehen die erfrischenden Regentropfen besonders gut:

Ein Topf – zwei Pflanzen

Posted on Mai 9, 2018 in Farmküche, Urban farming

Die Vogelmiere (Stellaria media) scheint sich seit jeher auf meinem Balkon wohl zu fühlen. Mit ihren niederliegenden Stengeln bildet sie meist so kleinere „Rasen“. Momentan zeigt sie wieder ihre weissen Blüten, die so klein sind, dass man sie fast übersehen könnte. Im Frühherbst blüht die Vogelmiere jeweils ein zweites Mal. Nun hat sie sich mit der voll sonnig stehenden Calluna angefreundet, was mich deshalb erstaunt, weil das Heidekraut in einem sehr sauren Erdmilieu steht. Das scheint der Vogelmiere aber zu gefallen 🙂 Die Bezeichnung Unkraut finde ich für diese, besonders in der Naturheilkunde hoch geschätzte Pflanze, einmal mehr vollkommen fehl am Platz. Auch lässt sich die Vogelmiere gut in einem Salat verwenden, denn die kleinen Blätter haben ein ganz dezentes Aroma. Ich finde, das Team bestehend aus der zarten Vogelmiere und der knalligen Calluna, harmoniert optisch besonders schön ♥

Meine Balkonwoche: Viele Nadeln und ein Kohlrabi

Posted on Mai 6, 2018 in Insekten, Urban farming, Wetter

Schon ist wieder eine Woche rum. Jetzt im Mai haben wir eher Aprilwetter, mal sonnig, mal leicht regnerisch und viel kühler als noch letzte Woche. Eine Wetterlage, die dem Ruprechtskraut gut gefällt, denn es bildet nun seine vielen herzigen Blüten, über die sich kleine Insekten freuen:

Mir geht das Herz auf, wenn ich sehe, wie gut es meiner Föhre wieder geht, denn sie hatte letzten Sommer kaum mehr Nadeln 🙁 Ich habe dann allerdings gelesen, dass dies nicht mal so aussergewöhnlich ist, Föhren wechseln offensichtlich alle paar Jahre mal ihr Nadelkleid. Naja, mit Nadeln gefällt sie mir eindeutig besser 🙂

Das ist halt so eine Geschichte zwischen mir und der Föhre. Ich hab sie vor etlichen Jahren aus der Grüntonne gefischt. Nur noch braune Nadeln. Und davon auch nicht mehr grad viele. Nach dem Einpflanzen dann gar keine mehr. Aber irgendwie habe ich an dieses kümmerliche Ding geglaubt…

Als dann eines Tages auch noch die Spinnmilben zuschlugen, sah ich das Ende meiner Föhre in die Nähe gerückt. Tägliche Behandlungen mit Effektiven Mikroorganismen zeigten dann aber doch ihre Wirkung. Auf die EM ist immer wieder Verlass ♥ Und die Konifere ist zäh und tapfer ♥

Der Pfirsichbaum setzt auf Qualität statt Quantität und bringt grad mal zwei Früchte hervor 🙂 Der Baum ist erst letztes Jahr hier eingezogen und schön ist er allemal mit seinem gesunden Blattwerk, auch wenn er noch keine Produktivitätsrekorde bricht:

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft haben sich wohl die Vögel gedacht und mir auch dieses Jahr als Erinnerung an den Winter etwas angepflanzt *trommelwirbel*: Kohlrabi! Darüber freue ich mich besonders ♥ Letzten Sommer musste er mit wenig Platz vorlieb nehmen, aber dieses Jahr kann er sich in dem grossen Topf schön ausbreiten:

Naturmomente: Verblühtes und Erblühtes

Posted on Mai 3, 2018 in Outdoors

Von weither strahlen sie uns schon entgegen, nein, sie sind nun wirklich unmöglich zu übersehen, die vielen derzeit so wunderschön goldgelb blühenden Rapsfelder ♥ Bei den Obstkulturen hingegen neigt sich die Zeit der schönen Frühlingsblüten so langsam dem Ende zu, so wie hier bei diesem Apfelbaum:

Schon ganz verblüht steht der Löwenzahn am Wegesrand und wartet auf Wind… oder auf jemanden, der dreinpustet und sich dann etwas wünscht 🙂 Das lohnt sich, Löwenzahn ist sehr zuverlässig in der Wunscherfüllung und an Ideen mangelt es mir eigentlich auch nicht 🙂

Nie sind die Farben im Wald so intensiv wie jetzt im Frühling dünkt mich. Dieses warme Licht in Kombination mit den satten Grüntönen bietet so manche reizvollen farblichen Kontraste:

Efeu, Gräser, wilde Brombeeren, Trichterwinden, Waldmeister, Klee, Ehrenpreis und noch viele andere Pflanzen mehr, bilden hier ihren eigenen kleinen Mikrokosmos. Eine beeindruckende Symbiose, bei der jedem wohl ist. Gemeinsam sind sie stark und schön in ihrer Vielfältigkeit. Und eifern den wenigen Sonnenstrahlen entgegen, die das Blätterdach des Waldes noch zulässt:

Buch: Unsere Gräser

Posted on Mai 1, 2018 in Buchvorstellung

Schilfgras ziert das Ufer meines Lieblingsweihers und egal zu welcher Jahreszeit, ich find’s immer wunderschön.  Was mich zur Frage bringt: was weiss ich eigentlich über Gräser?

•Gräser sind fast allgegenwärtig mit weltweit über 10’000 Arten

•Gräser prägen ganze Landschaften in allen Erdteilen

•Gräser stellen die wichtigsten Nutzpflanzen für Mensch und Tier

•Gräser sind das absolute Lieblingsfutter meiner Meerschweinchen

Sind das nicht gewichtige Gründe, sich mit den Gräsern näher zu beschäftigen?

Heute darf ich Euch die nunmehr 13. Auflage von Unsere Gräser, das Standardwerk aus dem Kosmos Verlag , vorstellen. Ein wirklich umfangreiches, interessantes, verständlich geschriebenes und wundervoll gestaltetes Bestimmungsbuch für Süssgräser, Sauergräser und Binsen. Die Autoren Dr. Dietmar Aichele und Dr. Heinz-Werner Schwegler haben damit ein Nachschlagewerk geschaffen, das sowohl für den Gräserkenner als auch für den Neuling eine wirkliche Bereicherung darstellt. Da mich Gräser zwar faszinieren, ich darin aber, wie schon angetönt, keine Spezialistin bin, macht mich dieses Werk ganz besonders neugierig.

Was sofort auffällt, ist die Übersichtlichkeit dieses Buches. Unsere Gräser beginnt mit einer Vorstellung der einzelnen grasartigen Pflanzen nach taxonomischer Gliederung, danach kommt ein Abschnitt über die Nutzungsmöglichkeiten, gefolgt vom ausführlichsten Teil, dem Bestimmungskapitel. Den Abschluss bildet ein Extra zum Thema Ökowerte einiger in Europa weitverbreiteter Gräser und Grasartigen.

Als durch und durch visueller Mensch haben es mir vor allem die 419 farbigen Zeichnungen von Reinhild Hofmann angetan, die Illustration für sich alleine genommen ist schon ein absoluter Hochgenuss! Generell bin ich überrascht, wie viele Pflanzen zu den Gräsern gezählt werden!

Mein Fazit: Unsere Gräser ist ein wertvolles Lehrbuch, eine praktische Hilfe zur Bestimmung von Gräsern und auch ein Gewinn für all diejenigen, die – wie ich – Pflanzenzeichnungen lieben!

Titel: Unsere Gräser

Autoren: Dr. Dietmar Aichele / Dr. Heinz-Werner Schwegler

Erschienen 13. Auflage 2016 im Kosmos Verlag / 223 Seiten / SFr. 46.90

An dieser Stelle möchte ich mich beim Kosmos Verlag für die Zusammenarbeit und das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar herzlich bedanken. 

Meine Balkonwoche: grosse und kleine Blätter

Posted on Apr 29, 2018 in Tiere, Urban farming

Was Topinambur ist und dass dessen Blätter sowohl frisch als auch getrocknet eine Delikatesse für immer hungrige Tierchen sind, davon habe ich in einem Kaninchenforum erfahren. Die Knollen könnte man eigentlich essen (zubereiten wie Kartoffeln), aber ich find die jetzt nicht so toll. Dass Topinambur eine Pflanze ist, die bevorzugt im Topf angebaut werden sollte, habe ich im letzten Sommer selber bemerkt, denn: einmal Topinambur – immer Topinambur 🙂 Die robuste Pflanze, die ausgewachsen etwa aussieht wie eine Sonnenblume, ist extrem verbreitungsfreudig und sie wird riesig. Aber beides ist uns nur recht, denn die Blätter des Topinambur sind sehr gesund und  äusserst beliebt bei den Nagetieren und so habe ich in der letzten freien Ecke des Topfgartens wieder welchen angebaut: Knollen beim Gemüsehändler gekauft, in die Erde damit und immer gut wässern.  Das Beet teilen sich die Jungpflanzen mit der auch sehr willkommenen Vogelmiere:

Und was lief sonst noch so in der vergangenen Woche? Naja einiges, ich habe hier nur ein paar persönliche Glanzlichter rausgepickt, zum Beispiel den Heidelbeerstrauch, nun in voller Blüte:

Und die Malve, die ich zu Ostern als kleines Pflänzchen geschenkt bekommen habe, wächst und wächst und bricht alle Blattgrössenrekorde:

Und das letzte Foto für heute zeigt die fleissige Salweide, die ihre vielen, vielen ganz kleinen Blättchen  innert zwei oder drei Tagen hervorgebracht hat. Schönen Sonntag Euch allen 🙂

Naturmomente: mit Kitschfaktor

Posted on Apr 26, 2018 in Insekten, Outdoors, Wohlbefinden

Der Frühling dieses Jahr ist durchgehend wahnsinnig schön. Und er verändert einfach alles. Die Welt, die Natur, die Gefühle, das Befinden, die Gedanken und den Blick auf die Dinge. Punkto Blick auf die Dinge, Löwenzahn wird ja sehr gerne respektlos als „Unkraut“ bezeichnet. Ich mag von Natur aus keine Klassifizierungen und die mit dem „Unkraut“ war mir schon immer ganz besonders suspekt. Wie stehen wohl die Insekten dazu? Die fleissigen Bienen, die um edelsten Löwenzahnhonig für uns bemüht sind? Und habt Ihr schon mal Löwenzahnsalat gegessen? Mit frischen, jungen Blättern? Wer diese leichte Bitterkeit von Chicorée mag, der wird Löwenzahnsalat lieben! Mal abgesehen davon, ist Löwenzahn nicht auch eine wunderschöne Pflanze? ♥

Bei diesem Wetter möchte ich am liebsten jede Minute draussen verbringen… Bloss nichts verpassen, für geschlossene Räume bin ich sowieso nicht gemacht. Und jetzt schon gar nicht. So bleibt einiges liegen. Arbeit. Arbeit. Arbeit. Und der Haushalt. Aber da setze ich mir ganz einfach meine frühlingshelle, knalligbunte Brille auf und schon sehe ich meine Pendenzen nicht mehr 🙂

Meine Balkonwoche: Blüten und Sommerhitze

Posted on Apr 23, 2018 in Insekten, Urban farming

Auch in der vergangenen Balkonwoche waren wieder die wunderschönen Blüten der Obstkulturen die Stars. Der Birnbaum – Foto oben – bietet nach wie vor ein bezauberndes Bild. Aber auch der Säulenapfelbaum produziert nun, da es sehr warm geworden ist, seine weissen Blüten:

Obstbaumblüten sind jetzt wichtige Nektarlieferanten, dieses Jahr kommen sogar Hummeln, um sich hier zu verpflegen. Das freut mich so, weil ich mir immer Hummelbesuch auf dem Balkon gewünscht habe 🙂 Bis zur ersten Erdbeerernte kann es nicht mehr lange gehen:

Ganz dezent erschienen die Blüten der Heidelbeere, man sieht sie kaum, dieser Strauch mag es Ton in Ton in allen Grünschattierungen und wenn ich so die Anzahl der Blüten betrachte, dann sollte mir hier eine reiche Ernte blühen:

Die Haselsträucher treiben kräftig aus, ich finde diese schnellen Entwicklungen von der Knospe zum Blatt ja immer so spannend und bin glücklich, solche Momente vor die Linse zu bekommen:

Ja, das waren so die Wochenhighlights von meiner privaten Ferieninsel, nebst der Tatsache, dass man quasi direkt von den Winterstiefeln in sommerliche Sandalen umsteigen und draussen sitzen konnte bis spät in die Nacht hinein 🙂 Hier zum Abschluss nochmals eine Birnbaumblüte:

Naturmomente

Posted on Apr 19, 2018 in Outdoors, Wohlbefinden

Ein unglaublicher schöner Monat, dieser April, in dem alles wieder zum Leben erwacht. Voller Elan und Optimus, mit sanftem Licht und lauer Luft. Am Bachufer recken die bezaubernden, sympathischen Botinnen des Frühlings, die Buschwindröschen, ihre kleinen Köpfe der Sonne entgegen und bilden ein zartes, weisses Blütenmeer ♥

Jetzt – bevor die Bäume richtig ausschlagen – ist ihre Zeit und die aller anderen Waldblumen. Noch bekommen sie genügend Licht und nutzen die Gunst der Stunde. Bald werden die Blätter der Bäume ihren kleinen Blumenhimmel verdunkeln.

Meine Balkonwoche

Posted on Apr 15, 2018 in Urban farming, Wetter

Momentan geschieht da draussen so viel; es ist sonnig geworden und sehr warm und die Pflanzen lassen sich nun durch nichts mehr aufhalten. Die Blüten des kleinen Birnbaumes gefallen mir grad so gut. Bei der Salweide habe ich den Übergang von Kätzchen zu Blättern eingefangen:

Das Nektarinenbäumchen blüht immer noch und verströmt einen betörenden, zarten Duft:

Und überall spriessen junge, kräftige, sattgrüne Blätter, so wie hier bei der Cassisbeere / schwarzen Johannisbeere:

Auch der Stachelbeerstrauch spürt den Frühling. Ja, so macht Balkongärtnern richtig Spass ♥