Aus Hühnerdreck mach Hühnergold

Altes Wissen und positive und nebenwirkungsfreie Verfahren rund um biologisch-dynamische Landwirtschaft sind leider in der Vergangenheit immer mehr verdrängt worden. Und dies obschon, wie im Fall der Pflanzenkohle, selbst moderne Studien deren zahlreiche positive Eigenschaften nur bestätigen können.

Pflanzenkohle als Bodenverbesserer zu nutzen, ist eine Möglichkeit. Doch liesse sich eine Methode, der hohe Saugkraft zur Bindung von Feuchtigkeit, Toxinen und organischen Substanzen und damit Verhinderung von Fäulnisbildung nachgewiesen wird, nicht noch mehrstufiger und damit interessanter und nachhaltiger in den landwirtschaftlichen Kreislauf einbinden?

Die EM Schweiz AG in Zusammenarbeit mit dem Delinat Institut hat Getreide, Mineralstoffe und Zuckerrohrmelasse kombiniert mit Pflanzenkohle fermentiert, woraus  das Carbon Futter für alle Hoftiere sowie ein separates Produkt für Hunde und Katzen entstand.

Was mich am Carbon Futter speziell interessant dünkt, ist dessen Möglichkeit einer mehrstufigen Nutzung. Besonders effektiv finde ich das Carbon Futter für Hühner, deren Kot so aggressiv ist, dass gewisse Pflanzen davon eingehen. Zudem herrscht im Hühnerstall ganz speziell die Gefahr glitschiger Böden und der stark ätzende Geruch ist auch nicht jedermanns Sache.

Wie funktioniert dieses Konzept? Die Hühner bekommen nun also Carbon Futter untergemischt, was zu einer stabileren Verdauung führt. Der Kot verrottet während der Kompostierung viel problemloser und der Geruch ist viel weniger dominant. Wir kennen diese angenehmen Auswirkungen von jedem Kompost, dem Effektive Mikroorganismen zugesetzt wird. Angereichert durch Pflanzenkohle wirkt der Hühnerkot nach seiner Verrottung als Bodenverbesserer und sorgt mit für eine langfristige Anreicherung des Humusgehaltes. Aus Hühnerexkrementen wird letztendlich wertvoller Hofdünger und der biologisch-dynamische Kreislauf schliesst sich.

Mich fasziniert dieses Produkt in seiner Vielseitigkeit und seinem Wert innerhalb einer Permakultur. Ich möchte – bezogen auf meine ersten Beobachtungen am Geflügel unseres Nachbarn – folgende bereits erkennbare Auswirkungen besonders hervorheben:

Wirkung auf die Hühnergesundheit: Das biologisch aktivierte Fermentprodukt mit Pflanzenkohle sorgt für weniger Krankheitskeime im Kot, denn Aktivkohle hat die Fähigkeit, Substanzen und Gifte an sich zu binden und zu neutralisieren.  Das Immunsystem wird verbessert, dadurch fühlt sich unser Geflügel wohl, was für Vitalität und Ausgeglichenheit und einen allgemein verbesserten Gesundheits- und Pflegezustand sorgt.

Wirkung auf das Stallklima: Effektive Mikroorganismen in Kombination mit Pflanzenkohle können auch unter die Stalleinstreu gemischt werden, wo sie zur Trocknung gefährlich glitschiger Stallböden und Minderung von Geruchsemissionen beitragen und Fäulnisbildung verhindern.. Wo nichts fault, gibt es markant weniger Fliegen und die Luftqualität ist viel angenehmer. Und Hühner picken und scharren gerne in der Einstreu.

Wirkung auf das Budget: Mit Carbon Futter angereichertes Hühnerfutter schmeckt dem Geflügel nicht nur gut, dank einer verbesserten Verdauung kann das Futter optimaler verwertet werden, die Tiere legen auf natürliche Art und in gesundem Masse Gewicht zu und gleichzeitig werden die Futterkosten gesenkt. Durch Gesundheit und gesteigertes Wohlbefinden wird die Legeleistung der Hennen verbessert und die Qualität der Eier gesteigert. Gute Eier lassen sich wiederum gut verkaufen.

Wirkung auf den Faktor Zeit: die Verabreichung von Carbon Futter an Ihr Geflügel kann einfacher gar nicht mehr sein: es wird täglich mit dem Futter gemischt oder pur angeboten. Das dem Produkt beigelegte Merkblatt zu Dosierung und Anwendung für jede Tiergattung ist selbst erklärend.

Die Frage aller Fragen für uns Tierbesitzer ist immer, ob die Tiere solche Produkte überhaupt fressen. Ich behaupte, dass Tiere selektiv zu sich nehmen, was ihnen gut tut. Sofern sie die Wahl haben. Nicht nur bei den Hühnern, sondern ganz generell bei allen Tiergattungen konnte ich beobachten, dass mit Effektiven Mikroorganismen fermentierte Produkte erstmal kritisch beäugt wurden. Da heisst es, erst ganz wenig ins Futter mischen, danach die Menge steigern. Was die Nachbarshühner angeht, so fressen sie das Carbon Futter untergemischt sehr gerne. Pur hingestellt nehmen sie es nicht auf. Die Hühner. Wie andere Tiere darauf reagieren, das möchte ich nun noch austesten.

Das Carbon Futter stellt für mich eine Kombination dar von uralten Verfahrensweisen, von Wissen um landwirtschaftliche Kreisläufe, in sich geschlossen, produktiv und gesund, so wie es unsere Vorfahren über Jahrhunderte gehandhabt haben bis dann irgendwann die Chemie kam und alles plattmachte. Die Folgen davon bekommen wir alle zu spüren. Und es ist echt Zeit, gehörig umzudenken. Zumal natürliche, ursprüngliche Verfahren längerfristig sogar Ertragssteigerungen bringen und nicht etwa umgekehrt.

Setzt man biologisch aktivierte Fermentprodukte ein, so ist deren Auswirkung auf lange Frist immer ganz besonders spannend. Und deshalb wird diesem Testbericht bestimmt noch ein zweiter Teil folgen. Bis dann haben hoffentlich des Nachbarns Hühner  so viel Vertrauen zu mir, dass ich sie ohne Sicherheitsabstand und Gitter ablichten darf.

Für Bezugsquellen und detailliertere Informationen verweise ich gerne auf die interessanten Seiten der EM Schweiz AG. Das Carbon Futter ist gemäss FiBL für den biologischen Landbau zugelassen.

An dieser Stelle möchte ich mich bei der EM Schweiz AG für die Zusammenarbeit und das zur Verfügung gestellte Testprodukt herzlich bedanken.

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