Der Apfel und sein Schlafrock

Der Sommer ist meine Lieblingsjahreszeit. Sonne, Wärme, draussen leben und arbeiten, das liebe ich. Besonders freue ich mich immer auf die Ernte der eigenen Früchte. Ein wenig Gemüse (der Kohlrabi…) ist mittlerweile ja auch dabei. Einiges landet frisch geerntet direkt auf dem Teller, anders kann oder muss gelagert werden. Holzkisten wären hier meist überdimensioniert und so hiess das bislang: Äpfel, Birnen, Nüsse & Co. wurden meinerseits völlig gedankenlos in Plastikbehältern oder Plastiksäcken aufbewahrt.

Besonders „öko“ ist diese Plastiklagerung ja nicht, wenn man sich mal die Schätzungen der UNO zu Gemüte führt, dann landen von jährlich 250 Millionen Tonnen produziertem Plastik über 6 Millionen Tonnen im Meer (!), 200 Millionen Tonnen werden verbrannt und über den Verbleib der übrigen 44 Millionen Tonnen könnten wir nun spekulieren. Dieser Plastik überall, dieser enorm grosse ökologische Fussabdruck, den wir damit verursachen, muss das wirklich sein? Ich zitiere JUTESUISSE: „Plastik kann man nicht verbieten – aber man kann erneuerbare Rohstoffe fördern.“ Jute ist ein solcher nachwachsender Rohstoff, energieeffizient, biologisch abbaubar und vielseitig verwendbar. Zudem leistet der Anbau von Jute einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklungshilfe.

Für mich als „Urban Farmerin“ sehe ich zudem den Vorteil, dass meine Ernte im Jutesack dunkel und atmungsaktiv gelagert ist und dass ich den Stoff nach Verwendung reinigen, platzsparend zusammenfalten und weiterverwenden kann. Jute ist ein derart spannendes, vielseitig verwendbares, kostengünstiges Material und es gibt so viele gute Gründe, warum wir vermehrt Juteprodukte verwenden sollten, dass ich dieses Thema in anderen Zusammenhängen hier auf dem Blog immer wieder aufgreifen werde.

An dieser Stelle möchte ich mich bei JUTESUISSE für die Zusammenarbeit und das zur Verfügung gestellte Produktesortiment herzlich bedanken.

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6 Kommentare zu Der Apfel und sein Schlafrock

  1. Jutte ist bestimmt ein tolles Material für die Lagerung von Obst und Gemüse. Werde ich auch einmal ausprobieren.

    LG kathrin

    • Arletta Rusterholz sagt:

      Da bin ich gespannt auf Deine Erfahrungen, liebe Kathrin! Ich werde hier bald über weitere Verwendungszwecke berichten, das Material ist wirklich spannend.
      Mit lieben Grüssen,
      Arletta

  2. Almuth sagt:

    Das ist ein schöner und sehr sehr wichtiger Beitrag und eine gute Idee ! Vor Jahrzehnten – wars zu meiner Schulzeit ?? – gabs schon mal den Slogan „Jute statt Plastik“. Dann scheint das Material ganz schön in Vergessenheit geraten zu sein. Umso besser und wichtiger, es wiederzuentdecken. So wie du schreibst, verhilft der Anbau auch anderen Menschen zu Lohn und Brot. Also eine gute Sache. Plastik verbieten geht wohl nur begrenzt. Interessant finde ich, daß Plastiktüten in Ruanda verboten sind. Bereits bei der Einreise wird das Gepäck daraufhin kontrolliert. Ich sah mal einen Bericht darüber. Das finde ich beeindruckend. Ein Stück weit könnte man es also verbieten. Ich mache mir auch immer wieder Gedanken zu dem Thema, wo ich was einsparen könnte. Neuerdings verwende ich Verpackungen, z.B. vom Toilettenpapier, und sammle darin meinen Bioabfall. Danach kommt es dann in den Haushaltsmüll. Das mache ich mit immer mehr Verpackungstüten, die sich dafür eignen. Auf der anderen Seite schleppe ich beim Einkaufen immer noch zu viel Plastikmüll mit nach Hause. Ich fände es aber auch gut, wenn der Hersteller der Waren schon handeln müßte und ökologische Produkte in den Verkehr bringen würde. Und das nicht der Kunde ständig versuchen muß, das Plastik zu vermeiden (was bereits da ist). Was uns zumal immer schwerer gemacht wird. Letztes Jahr sah ich abgepackte Zucchini und Pflaumen. Ausgerechnet Produkte, die ohne jegliche Verpackung auskommen ! Dann kaufe ich hin und wieder eine Sorte Biotee und die Beutel sind in einzelne Tüten eingeschweißt. Vermutlich biolog. abbaubar, aber warum erst wieder so etwas in Verkehr bringen ? Aber ich bin positiv, daß wir die Wende hinkriegen. Es gibt eine Drogeriekette hier, die haben seit letztem Jahr schlichtweg keine Plastiktüten mehr. Du kannst dort Umweltbeutel oder recycelte Tragetaschen kaufen, sonst nichts. Auch gut. So kommt man gar nicht erst in Versuchung 🙂 Liebe Grüße, Almuth

    • Arletta Rusterholz sagt:

      Liebe Almuth!
      Herzlichen Dank für Deinen interessanten Kommentar! Genau „Jute statt Plastik“ – daran mag ich mich auch noch aus der Schulzeit erinnern. Doch die Tragweite der Aktion hat wohl kaum jemand realisiert damals. Jutetaschen wurden lächelnd zur Kenntnis genommen. Interessant finde ich, dass auch Du schreibst, dass das Material danach irgendwie in Vergessenheit geriet. Denn in diesem Punkt war ich mir nicht sicher, hatte nur ich das Material vergessen, oder lief das ganz generell so? Ich hatte Jute bis zu dem Zeitpunkt vergessen als ich mit JUTESUISSE anfing zusammenzuarbeiten. Zum Thema Entwicklungshilfe werde ich im nächsten Beitrag zu Jute ausführlicher schreiben. Es gibt eh so viel über Jute zu schreiben, das ist wirklich der helle Wahnsinn! So interessant! Über die Verpackungen in den Geschäften nerve ich mich ja auch immer wieder, warum muss Bio-Gemüse eingeschweisst und mit Plastikschale verkauft werden? Weil es anscheinend so vorgeschrieben ist. Hygienegründe. Deklarationsgründe. Naja, angesichts der Umweltproblematik liesse sich das doch locker ändern? Im Hofladen krieg ich die Produkte ja auch ohne Verpackung und kann sie direkt in meine Jutetasche legen. Im Medizinalbereich verstehe ich die Plastiksache ja noch, aber sonst? An sich doch komplett vermeidbar!? Ein Tierfachgeschäft hier gibt auch keine Plastiksäcke mehr ab, sondern Recylingbeutel! Die Kunden sind allesamt begeistert davon liess ich mir sagen. Kann ich verstehen, ich bin es nämlich auch! Ein Plastik-Detox… hmmm… das wäre auch mal ein Projekt.
      Mit lieben Grüssen,
      Arletta

  3. Almuth sagt:

    Also ich meine, es geriet in Vergessenheit oder „aus der Mode“. Es war dann schon „schicker“, mit einem Baumwollumweltbeutel durch die Gegend zu laufen. Ich glaube, Jute hatte damals kein gutes Image mehr, obwohl ich vermute, daß seine Produktion nicht so umweltschädigend ist, wie die von Baumwolle, mit ihrem immens hohen Wasserverbrauch etc. ?! Ich glaube, um Hygienegründe gehts auch gar nicht. Zum Teil versucht man die Ware natürlich heil an den Kunden zu bringen (ich erinnere mich an früher, als Tomaten noch in Netzen verkauft wurden – gibt es heute kaum noch, höchstens lose, was okay ist. Der Rest ist Plastik) oder den Kunden zu animieren, mehr zu kaufen. Den Eindruck hatte ich bei den Pflaumen, die ich mir sonst auch lose zusammensuchen konnte (also so viel, wie ICH will) oder den Zucchini. Ich will keine 5 Stück kaufen müssen, wenn ich gerade mal eine verarbeitet bekomme. Da fühle ich mich genötigt. – Prima, daß die Plastikfreiheit bei den Kunden so gut ankommt. Es gibt ja auch andere Reaktionen. Das hört sich echt gut an ! Ja, ein Plastikdetoxprojekt – da würden bestimmt viele mitmachen (mehr, als bei der Kräuterchallenge). Der Titel ist übrigens genial gewählt von dir, schmunzel ! Das ging mir erst hinterher auf 🙂 Liebe Grüße von hier, Almuth

    • Arletta Rusterholz sagt:

      Die Juteproduktion ist viel, viel umweltschonender als die Baumwollproduktion, ich habe mich in die Thematik eingelesen und werde auf die Produktion in einem zukünftigen Beitrag zu sprechen kommen. Es war eindeutig das Image, welches Jute in Vergessenheit geraten liess. „Man“ wurde belächelt, als Vollöko abgestempelt was immer gleich einher ging mit politisch voll links und so weiter… da hat „man“ sich schnell wieder den Umständen angepasst und den Schulkram lieber in Plastiktüten verstaut, bloss keine Jute nehmen, sonst drohte Ausgrenzung. Schon krass so rückblickend.
      Ja, die Sache mit der Kräuterchallenge hat mich echt erstaunt, ich hätte wetten können, das würde ein Renner! Und so richtig kann ich nicht verstehen, warum es denn (noch!) keiner wurde. Vielleicht bei der Runde im Juli? Good things take a while… Bei Plastikdetox bin ich mir da auch nicht so sicher, ob das auf viel Anklang stiesse. Ich jedenfalls bin mir das am überdenken. Weiss aber nicht, wo anfangen, denn wo ich auch hinschaue: Plastik. Mein Textildetox ist dagegen ein reines Kinderspiel mit so ziemlich null Einfluss auf das tägliche Leben. Beim Plastikdetox würde die Sache schon schwieriger. Wo anfangen? Mir kommt schon noch was in den Sinn 🙂
      Mit lieben Grüssen, Arletta

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