Die Brache: das letzte Kapitel.

Juni 2016

Juni 2017

Drei Jahre lang existierte die Brache insgesamt und in den Jahren 2016 und 2017  habe ich näher hingeschaut und eine kleine Dokumentation über sie erstellt. Nun wird sie aufgehoben und wieder in Ackerland umgewandelt. Was bestehen bleibt, ist ein ökologischer Grünstreifen für die Wildtiere. Ganz interessant finde ich die mehrjährige Entwicklung von der gezielten Ansaat bis hin zur totalen Autonomie 🙂

Wo im letzten Frühsommer  Mohn- und Kornblumen sowie viele verschiedene Gräser dominierten, eröffneten in diesem Jahr Klee, diverse Ampferarten, Hahnenfussgewächse, Spitz- und Breitwegerich sowie wiederum allerhand Gräser den bunten Brachen-Reigen.

August 2016

August 2017

Wilde Möhre und Luzerne dominierten das Geschehen im Hochsommer letzten Jahres, während dieses Jahr vieles durcheinander wuchs und wucherte.

Oktober 2016

Oktober 2017

Ein Meer von Margeriten und Wegwarten sowie einzelne Königskerzen waren im letzten Herbst zu bewundern. Die Blütezeit dieses Jahr beendet die Brache mit weissem Gänsefuss. Dazwischen hat sich viel Einjähriges Rispengras angesiedelt.

Die Ackerbrache wurde vor drei Jahren eingesät und mit zunehmendem Alter sieht man nun vermehrt Pflanzen, die sich vom anliegenden Waldrand und Saatgrasland her auf der Brache ausbreiten. Eine vollständige Rückentwicklung hin zu einem Waldgebiet würde hingegen einige Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Die Ansaat von Menschenhand wird bei mehrjährigen Buntbrachen von einer selbstbegrünten Vegetation abgelöst. Auch diese unterschiedlich entwickelten Pflanzenbestände bieten vielen Vogelarten, Kleinsäugern, Amphibien, Reptilien und Insekten ganzjährig ungestörte Nahrungs-, Fortpflanzungs- und Rückzugslebensräume. Je länger eine Brache bestehen bleibt, desto mehr kann sich eine stabile, langlebige Population von Nützlingen aufbauen. Durch die Erhöhung der Artenvielfalt an Wildinsekten leisten mehrjährige Brachen zudem einen wertvollen Beitrag zur Sicherung der Blütenbestäubung.

Auf der Seite Bunte Brachen können Sie, liebe Leserinnen und Leser, meine gesamte Brachendokumentation jederzeit nachlesen 🙂

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4 Kommentare zu Die Brache: das letzte Kapitel.

  1. Almuth sagt:

    Hattest du nicht erwähnt, daß die Fläche unter Schutz gestellt wird oder verwechsel ich das jetzt mit einem anderen Beitrag von dir ? Oder wird hier nächstes Jahr wieder geackert ? Es war auf jeden Fall schön mit anzusehen, wie sich diese Fläche entwickelt hat ohne menschliches zutun. Ich bedaure, daß die Vielfalt verschwindet, wenn der Acker umgepflügt werden sollte. Ein Streifen wird diese Masse nicht ersetzen. Und du wirst sie sicher auch vermissen, deine geliebte Brache 🙂 Ich staune nur, daß das tatsächlich jemand gemacht hat. Andernorts wird gedüngt, bis der Boden hinüber ist. Keine Zeit, kein Geld…bis eines Tages nix mehr geht. Es sollten sich mehr Menschen ein Vorbild dran nehmen, an dieser Brache. Mit begeisterten Grüßen und danke für deinen fortlaufenden Bericht 🙂 Almuth

    • Arletta sagt:

      Liebe Almuth

      Nein, diese Fläche wird nicht unter Schutz gestellt, das ist Landwirtschaftszone und ein grosser Teil wurde bereits jetzt umgeackert. Das stimmt, diese Streifen, die aus ökologischen Gründen nun teilweise auch belassen werden, wenn „normale“ Wiesen gemäht werden, die sind nur ein Tropfen auf einen heissen Stein leider. Aber immerhin. Auch hier werden die Böden in der Regel ausgenutzt und wenn sie nicht mehr recht mögen, dann kommt halt noch eine Runde Chemie drüber und so weiter. Brachenruhe ist selten geworden leider, Übernutzung ist zum Regelfall geworden. Mich persönlich beunruhigt das sehr. Diese überlieferten Praktiken, die machen eben schon Sinn. Früher hatte ein Boden spätestens jedes dritte Jahr (!) Brachenruhe. Heute ist eine Brache schon schier eine Sensation und es gibt Leute, die das sogar dokumentieren 🙂 🙂 🙂 Ja, ich vermisse „meine“ Brache jetzt schon. Sie hatte eine besondere Bedeutung für mich und auch für meinen Blog. Und ich liebe solche Langzeitbeobachtungen. Ich werde mir etwas Neues einfallen lassen, was ich dokumentieren kann… 🙂

      Mit lieben Grüssen, Arletta

  2. Liebe Arletta, ein sehr interessanter Beitrag. Allerdings scheint auf solche Brachen noch viel zu wenig Wert gelegt zu werden. Es gibt noch viel zu viele Monokulturen. Bei uns in der Nähe ist fast alles überdüngt und bietet keine Artenvielfalt mehr. Sehr schade!

    LG Kathrin

    • Arletta sagt:

      Vielen Dank, liebe Kathrin!

      Die Artenvielfalt leiden unter den Monokulturen und die Böden sind immer ausgelaugter. Ein unguter Kreislauf. Auch werden ganz gezielt Hochleistungsgräser angesät, welche der Gesundheit der grasfressenden Tiere nicht wirklich zuträglich sind. Kleine Naturwiesen entstehen zum Glück teilweise in Privatgärten, auf Balkonen oder an Bahngeleisen, auf Kreiseln etc. Aber das ist leider nur ein Tropfen auf den heissen Stein…

      Ganz liebe Grüsse schickt Dir,
      Arletta

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