„Flower Friday“ – mal anders

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Mein persönlicher „Flower Friday“ wird weit weniger romantisch als dies Tradition ist in der Blogosphäre, um nicht zu sagen: es wird ein Kontrapunkt zu diesem Brauch. Vielmehr möchte ich mit diesem Beitrag hinterfragen, welche Karriere die schön arrangierten Blumen hinter sich haben, bevor sie in der Vase landen.

Wer Schnittblumen kauft, begeht meistens eine Konsumsünde. Egal ob die Blumen aus heimischem Anbau stammen oder von weither angekarrt werden: bei der Schnittblumenproduktion wird hüben wie drüben nicht mit Pestiziden gespart, schliesslich isst die Blumen ja niemand. Und der Kunde sollte an der teuer bezahlten Pracht wenigstens einige Tage lang seine Freude haben.

Auch diese Branche dominiert ein erbitterter Preiskampf: zu Billigstpreisen von nur wenigen Franken werden Schnittblumen in Afrika für den Export kultiviert. Jede dritte Rose, die im europäischen Blumenladen landet, stammt aus Kenia. Dies ist nur eines von unzähligen Beispielen. Auch in anderen Ländern der dritten Welt sind Blumen der wichtigste Exportartikel überhaupt! Der Anbau jedoch erfordert übermässig viel Wasser; fünf Liter sind es pro Rose! Die ohnehin nur spärlich vorhandenen Ressourcen an Wasser und fruchtbarem Boden müssten Wichtigerem zugebracht werden. Menschen und Tiere vor Ort zahlen mit diesem Handel einen bedenklich hohen Preis. Dazu kommen noch prekäre Arbeitsbedingungen, denken wir nur an das Hantieren mit Pestiziden ohne entsprechende Schutzkleidung. Immerhin gibt es Labels, die für fairen Blumenhandel mit Drittweltländern einstehen. Frische Blumen sind – genau wie Gemüse oder Obst – ein leicht verderbliches Gut. Ein Drittel der Produktion landet schon mal gar nie beim Floristen sondern gleich im Abfall. Dies kann auch der fairste Handeln nicht verhindern, die Blumen treten schliesslich nach dem Schnitt eine Flugreise nblog90ach Europa an; eine Tatsache die punkto ökologischem Fussabdruck nicht unerheblich ist.

Ich liebe Blumen wirklich. Im Garten. Auf dem Balkon. Manchmal fallen sie dort Wettereinflüssen zum Opfer. Dann landen sie in der Vase. Aber wirklich nur dann.

 

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2 Kommentare zu „Flower Friday“ – mal anders

  1. Almuth sagt:

    Ach ja, da hast du leider recht. Das habe ich schon wieder vergessen oder verdrängt….Schade, daß man damit nicht sinnvoller umgeht. Allein die Blumen vom anderen Ende der Welt zu importieren ist total unsinnig. Genauso, wie mit dem Gemüse…danke, daß du darauf aufmerksam gemacht hast !

    • Arletta Rusterholz sagt:

      Weisst Du, ich hege die Hoffnung, dass viele kleine Schritte von vielen Menschen vielleicht doch noch in Richtung Nachhaltigkeit gehen könnten. Wenn jeder nur ein wenig was mitmacht. Oder ein wenig mitdenkt. Wer weiss… Viele Umweltsünden lassen sich nicht ganz so einfach vermeiden. Die Sache mit dem Blumenimport hingegen schon. Finde ich. Liebe Grüsse, Arletta

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