Früchte statt Geranien

Essbares auf dem Balkon anpflanzen, bringt das überhaupt was? Das ist eine Frage, mit der ich öfters konfrontiert werde und die ich trotzdem nie auf Anhieb verstehen will. „Bringen“ im materiellen Sinn? Oder mehr so ideell?

Die Frage nach dem Materiellen ist einfach beantwortet: alles, was nicht gekauft werden muss, bringt eine Ersparnis. Ganz besonders gilt das für diejenigen Pflanzen mit den hohen Erträgen, wie derzeit Kohlrabi oder die Erdbeeren und später im Jahr dann die kleinen Haselsträucher, die viele Nüsse liefern. Dasselbe gilt für  Delikatessen; wenn diese überhaupt zu finden sind in Spezialitätengeschäften, dann zu hohen Preisen. Ich denke da an den Hirschhornsalat oder an meine Cassis-Beeren. Hinzu kommt hier noch, dass unsere Meerschweinchen die Blätter der angebauten Früchte und Gemüse bedenkenlos fressen dürfen und die zahlreichen Beikräuter für sie eine wertvolle Kost sind, also bei den Tieren gleich nochmals Geld gespart. Wenn ich denke, was ich früher teilweise direkt nach dem Kauf wegwerfen musste, da welk oder verdorben oder sonstwie ungeniessbar. Schade um’s Geld. Und schlecht für die Umwelt. Ein Drittel aller angebauten Lebensmittel wird weggeworfen. Was für eine Verschwendung wertvoller Ressourcen!

Was direkt vom Balkon auf den Teller kommt, benötigt keinen Transport, keine aufwändigen Verpackungen, die nachher entsorgt werden müssen, keine Pestizide und viel weniger Düngemittel. Abfälle gibt es kaum. Was unreif geerntet, um die Welt gekarrt, -zig mal gespritzt, vakuumiert und schliesslich für Tage im Ladenregal vor sich hergammelt, kann weder mit der Frische noch mit dem Aroma von Selbstgeerntetem mithalten. Und schliesslich ist „Urban Farming“ ein erfüllendes Hobby, verschafft einen anderen Zugang zu Lebensmitteln und führt ein grosses Stück zurück zur Natur und zu den Ursprüngen des Menschen als Selbstversorger. Den gesundheitlichen Aspekt möchte ich auch nicht ausser Acht lassen, denn wie heisst es: man ist, was man isst!

Die Konsumgesellschaft ist total aus den Fugen geraten. Etwas selber zu machen, zu experimentieren und mich mit Gleichgesinnten auszutauschen, damit möchte ich etwas im Kleinen bewirken. Vor einigen Jahren hätte ich nicht mal daran gedacht, eines Tages selber Nutzpflanzen zu ziehen. Heute macht mich die eigene Ernte vom Balkon stolz und glücklich. Selber gezogene und gepflegte Pflanzen zu essen, nicht mehr länger nur Konsumentin zu sein, das fühlt sich für mich persönlich sehr gut an!

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Früchte statt Geranien

  1. Ich verfüge ja auch nicht über einen riesigen Garten, aber wir bauen jedes Jahr sehr viel Gemüse, insbesondere Tomaten in Paprika an. Ich möchte das nicht mehr missen, auch, wenn die Menge für eine Selbstversorgung nicht reicht. Verstehe Dich gut.

    LG kathrin

    • Arletta Rusterholz sagt:

      So ist es hier auch, liebe Kathrin, nie und nimmer reicht die Menge auch nur annähernd für eine wirkliche Selbstversorgung aus, aber das, was wir haben, das möchten wir nie mehr missen!
      Mit lieben Grüssen
      Arletta

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.