Für Sie gelesen: Biodünger – Pflanzen natürlich pflegen und stärken

„Pflanzen im Naturwald oder in Wildwiesen brauchen keine Düngung. Hier genügen abgeworfene Blätter, über den Winter absterbende Pflanzenteile oder andere organische Reste: Diese werden von Bodenlebewesen in Humus umgewandelt, die darin enthaltenen Nährstoffe schliesslich wieder für die Wurzeln aufgeschlossen.“
                                             (zitiert aus: „Biodünger-Pflanzen natürlich pflegen und stärken“)

Genau so hätten’s wir doch auch gerne für den eigenen Garten, das Hochbeet oder den Balkon: eine gesunde, kräftige Pflanzenpracht und fruchtbare Böden. Und dies erst noch auf möglichst natürliche Weise. Eine Permakultur im Kleinformat eben.

Ich darf heute für den Kosmos Verlag das Buch „Biodünger – Pflanzen natürlich pflegen und stärken“, geschrieben von Agraringenieur Joachim Mayer und dem Kräuterexperten und Raritätengärtner Franz-Xaver Treml besprechen.

Das Buch enthält eine geballte Ladung an Lehrreichem, ist aber auch für den Laien verständlich und unterhaltsam geschrieben und driftet nie in öde Wissenschaftsmaterie ab. Wir lernen, um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen, die verschiedenen Düngerarten kennen, was es für Bodentypen gibt, welche Kombinationen von Pflanzen auf einem Beet  oder im Blumentopf sinnvoll sind, was es mit dem pH-Wert auf sich hat und warum er so wichtig ist. Ein ganz zentrales Thema ist die Anleitung zur Herstellung von unserem hauseigenen Kompost, welche Kompostarten dabei möglich sind und wie die einzelnen Phasen der Kompostierung ablaufen. In einem sehr ausführlichen Kapitel erfahren wir, wie man Pflanzenauszüge herstellt und welche Pflanzen sich dabei zu welchem Zweck eignen. „Biodünger – Pflanzen natürlich pflegen und stärken“ endet mit einem praktischen und äusserst hilfreichen Problem-Finder, aufgelistet in Schädlinge und die dagegen hilfreichen Pflanzen von A-Z.

Woraus besteht das Spitzenteam für einen guten Boden? Aus Gründünger (welche Pflanzen sich zu diesem Zweck eignen wird ausführlich besprochen) plus Kompost plus Mulchen. Mulchen… da habe ich etwas gelernt für meine Zukunft als Balkongärtnerin, das regelmässige Mulchen habe ich nämlich sträflich vernachlässigt und war mir der Wichtigkeit auch gar nicht richtig bewusst. Mulchen als natürlicher Schutz der Wurzeln und Bodenorgansimen und wie diese düngende Decke schliesslich zur Traumerde wird, das ist mein persönliches Highlight und Lehrstück dieses Buches.

Die praktische Aufgliederung in die Themenbereiche gesundes Pflanzenwachstumkostbarer Kompostvielseitige BiodüngerPflanzenauszügeProblemfinder, dazu viele nützliche Checklisten, informative Tabellen und eine Menge tolle Fotos machen „Biodünger – Pflanzen natürlich pflegen und stärken“ zu einem übersichtlichen und handlichen Nachschlagewerk, das darüber hinaus richtig Spass macht und schön anzuschauen ist. Interviews mit Franz-Xaver Treml, der aus seinem Erfahrungsschatz aus der Raritätengärtnerei berichtet, sorgen zusätzlich für eine lehrreiche Unterhaltung.

Autoren: Joachim Mayer / Franz-Xaver Treml                                                                        Titel: Biodünger – Pflanzen natürlich pflegen und stärken                                          Erschienen Februar 2017 im Kosmos Verlag                                                                                 127 Seiten / SFr. 23.90

An dieser Stelle möchte ich mich beim Kosmos Verlag für die Zusammenarbeit und das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar herzlich bedanken. 

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10 Kommentare zu Für Sie gelesen: Biodünger – Pflanzen natürlich pflegen und stärken

  1. Almuth sagt:

    Liebe Arletta, danke für diesen guten Beitrag. Erst kürzlich fragte ich mich, was man gerade den magerliebenden Pflanzen auf dem Balkon an „Dünger“ zumuten kann. Düngen wäre ja eigentlich überflüssig, aber irgendwann leiden die Pflanzen doch trotzdem bei dem Topfangebot, oder ? Also tatsächlich eine Aufbesserung des Topfbodens mit Mulch ? Ich habe das mal kurze Zeit gemacht, auch nur bei ein oder zwei Töpfen, mit den Pflanzenabfällen vom Balkon. Es war eher halbherzig. Besonders effektiv wars wohl nicht, aber vermutlich meiner Unkenntnis zuzuschreiben.

    Kann man übliche Pflanzenabfälle als Mulch verwenden oder gibts da bestimmte Pflanzen, die man dafür nehmen sollte ? Diesen Rindenmulch würde ich nicht verwenden. Der verhindert doch die Aussaat anderer Pflanzen soweit ich weiß und das finde ich – du wahrscheinlich auch – auf dem Balkon recht schade. Der Zuwachs in den Töpfen durch Vogel, Wind und Co ist doch immer besonders spannend. Das würde ich mir ungern entgehen lassen !!

    Bei der Baumscheibe überlasse ich gerade der Natur die Arbeit. Es liegt noch einiges an Laub, aber ich bin zuversichtlich, daß die Regenwürmer und die anderen Mikroorganismen das bald beseitigen 🙂 Ach ja, es gibt so vieles mit dem man sich befassen kann. Damit muß ich mich wohl auch noch mal beschäftigen.
    Liebe Grüße aus dem kühlen Norden, Almuth

    • Arletta sagt:

      Liebe Almuth, herzlichen Dank für Deinen Kommentar 🙂 Topfpflanzen „leiden“ besonders schnell unter Düngefehlern, erstens weil denen ja das ganze natürliche Bodenumfeld fehlt in dem Sinne und zweitens weil wegen des geringen Platzangebots die ganze Sache mit der Gründüngung vollkommen wegfällt. Bliebe also noch der Kompost (Pflanzendünger) plus die Möglichkeit des Mulchens. Nein, hierzu eignen sich nicht alle Materialien, aber zB Rasenschnitt, Herbstlaub, kleingeschnittene Pflanzenstängel, die sind alle gut. Rindenmulch wird kritisch beurteilt, erstens wirkt er versäuernd auf den Boden und den zweiten Grund hast Du schon erwähnt: Wildkräuter werden komplett unterdrückt und das ist nicht allen Pflanzen zuträglich. Dass die Vögel uns auch noch Überraschungen hinterlassen (wenn ich da nur an den Kohlrabi denke 🙂 ) ok, das ist ein Thema für sich, wir beide finden das jetzt witzig, die meisten Gärtner aber stört das halt eher, wenn da plötzlich Raps wuchert, wo doch Rosen erblühen sollten.
      Ja, in der Tat, es gibt so vieles was man tun könnte oder was man immerhin auch noch in Betracht ziehen könnte gell 🙂
      Kühl habt Ihr’s? Schön! Hier ist es momentan wie Frühling… 🙁

      Mit lieben Grüssen zu Dir,
      Arletta

  2. Almuth sagt:

    Liebe Arletta, Frühling fände ich ganz okay 😉 Manche Töpfe sind sehr klein, so daß ich mir das Mulchen kaum noch vorstellen kann. Dann kann ich also meine abgeschnitten Pflanzenstengel klein machen und vielleicht etwas vom „Rasenschnitt“ von der Baumscheibe nutzen. Mal sehen. Irgendwie ist das in den Töpfen jedenfalls nicht so ideal, gerade bei den erwähnten Pflanzen, die es nicht so überdüngt mögen. Ich glaube, ich habe mal gehört, daß irgendwann einige Pflanzen erneuert werden müssen, weil so manche Staude nach etlichen Jahren wohl ausgeblüht hat. Manche meiner Löwenmäuler wachsen und gedeihen nicht mehr so wie früher und ich weiß nicht, obs an der Düngung oder der Erde liegt. Wenn ich sie in neue Erde setze, entwickeln sie eher weiche, instabile Stengel und ich nehme an, die Erde ist ihnen zu fett. Und die Erdzusammensetzung ist wieder ein Forschungsfeld für sich. Ich werde das mit dem Mulchen im Auge behalten, weil es eine Alternative wäre und sicher der Austrocknung entgegenwirkt. Komisch, daß es Gärtner gibt, die keinen Raps oder Kohlrabi zwischen ihren Rosen wollen 😉 Ist doch hübsch !
    Mit lieben Grüßen, Almuth

    • Arletta sagt:

      Liebe Almuth, das mit der Pflanzenerneuerung kenne ich natürlich auch und ich frage mich dann auch immer, ob es an einem Haltungsfehler liegt oder ob die Pflanze halt einfach ihr Leben nun hinter sich hat… Aber irgendwie *hüstel* kommt es mir manchmal auch grad gelegen, denn so gibt es ab und zu doch wieder etwas Platz für Neues 🙂 Mulchen in sehr kleinen Töpfen ist wirklich schwierig 🙂 aber in grösseren geht das schon. Kleinformatig halt 🙂 Sind so diese Versuche gell… Ich zähle auch wieder voll auf die Vögel, dass sie mir Überraschungen hinterlassen. Ich habe mir gar schon überlegt, ob ich ganz bewusst mal Kohlrabi anbaue, denn irgendwie scheint’s dem ja zu gefallen hier 🙂 und mir hat er auch gefallen 🙂
      Mit lieben Grüssen, Arletta

      • Almuth sagt:

        Das ist natürlich auch wahr, das mit dem „Pflanzenwechsel“ 😉 Ich überlege zur Zeit, ob sich der viele Amseldreck als Dünger bemerkbar machen wird?! Immerhin picken sie im Topf meines Weidenbäumchens das auf, was vom Meisenring herunterfällt. Dabei haben sie schon die ganze Topfoberfläche umgepflügt. Würde mich nicht wundern, wenn dort im Sommer Sonnenblumen oder Kohlrabi wachsen 😉 Allerdings müßte das Bäumchen dringend umgetopft werden. Blühen tuts auch seit zwei Jahren nicht mehr und ich weiß nicht, woran es liegt. Jedenfalls ist die Erde ganz schön aufgebraucht. Da wäre Mulchen gut und deine EM sicherlich auch. Vielleicht muß ich doch mal gucken, wo ich die hier bekomme. Wir werden weiter forschen. – Ja pflanz doch Kohlrabi 🙂 Ein bißchen Gemüse zum Osbst wäre doch prima und er blüht ja auch so schön! Mit herzlichen Grüßen. Almuth

        • Arletta sagt:

          Ja versuch doch mal, die Weide umzutopfen, neue Erde mit schönem Dünger wirkt manchmal Wunder 🙂 „Meine“ Vögel pflügen auf der Suche nach ihren Lieblingskörnern auch die Erde um 🙂 manchmal sind sie da ziemlich rabiat. Ich befürchte, dass Pflanzen den Vogeldreck nicht wirklich schätzen, so aggressiv wie der ist… das wäre auch wieder ein Forschungsgegenstand 🙂 Oh ja, wir bekommen schon EM für dich, die sind in Deutschland eigentlich viel verbreiteter als hier und sonst gibt’s ja noch die gute alte Post 🙂 Ja den Kohlrabi behalte ich im Auge, das ist auch wieder so eine multifunktionelle Pflanze… wir können die Knolle essen, die Bienen erfreuen sich an den Blüten und die Meerschweinchen lieben diese grossen Blätter über alles 🙂 Mein einziges Problem ist und bleibt halt der Platzmangel hier und der Umstand, dass der Balkon immer noch kleiner wird 🙂
          Mit lieben Grüssen zu Dir,
          Arletta

  3. Liebe Arletta, das ist wieder einmal eine tolle Buchvorstellung. Dünger habe ich noch nie selbst hergestellt. Vielen, vielen Dank für Deine lieben Worte auf meinem Blog. Hihi, ja nach 9 Monaten schaut die Welt wieder anders aus. Es geht jetzt schon etwas besser. Bin wieder mobiler 🙂

    LG Kathrin

    • Arletta sagt:

      Liebe Kathrin, herzlichen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, bei mir vorbeizuschauen und einen Kommentar zu hinterlassen. Ich kann mir vorstellen, dass Du momentan einiges um die Ohren hast 🙂 bin aber wirklich froh, dass es Dir nun wieder rundum gut geht 🙂

      Dünger habe ich selber schon gemacht und zwar im Zusammenhang mit Effektiven Mikroorganismen, die ich zu der Mischung immer wieder hinzugefügt habe. Herausgekommen ist mikrofeine, superschöne Erde 🙂 Aufwändig, aber schliesslich doch lohnenswert. Ich habe praktisch keine Abfälle vom Balkon, da ich Blätter etc ja den Tieren verfüttere. Aber ich habe einiges an Rüstabfällen und das habe ich für meinen Dünger verwendet 🙂

      Mit lieben Grüssen zu Dir,
      Arletta

      • Liebe Arletta, wir haben keinen Komposter im Garten, weil die Abstände zu den Nachbarn und vor allem zu unseren Fenstern viel zu gering wären. Außerdem sind wir froh, wenn wir die Schneckenzucht so unter Kontrolle haben. Das ist am Balkon bestimmt einfacher.

        Schön langsam entwickelt sich ein wenig Routine, aber so soll es auch sein. Inzwischen bin ich auch schon etwas fitter und der Aktionsradius wird langsam wieder größer.

        Ein Dampfbackofen ist wirklich total klasse. Ich bin froh, dass wir vor fast sechs Jahren als wir die Küche eingerichtet haben, keinen reinen Steamer gekauft haben, obwohl diese damals gerade voll in Mode waren. Mit dem Dampfbackofen kann man nämlich viel mehr machen.

        LG Kathrin

        • Arletta sagt:

          Liebe Kathrin
          Wir haben uns einen kleinen Komposter für den Balkon angeschafft, der steht in einer Ecke, wo er nicht stört, man riecht auch überhaupt gar nichts. Der Aufwand mit dem eigenen Kompost gemessen am Ertrag, ist eigentlich lächerlich 🙂 aber ich freue mich doch immer über die kleine Menge eigenen Komposts 🙂 Schnecken haben wir hier seltenst mal eine, das muss dann eine ganz sportliche sein 🙂 die bis auf den Balkon kriecht 🙂
          Mit lieben Grüssen zu Dir,
          Arletta

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