Für Sie gelesen: Welcher Pilz ist das?

Steinpilz oder Satanspilz? Essbar, erst nach besonderer Zubereitung essbar, ungeniessbar oder gar giftig? Um dies möglichst schon im Wald zu erkennen, bedarf es eines praktischen und kompetenten Bestimmungsbuches. Die vorliegende Neuauflage 2017 des KOSMOS-Taschenbuches „Welcher Pilz ist das?“ des Expertenteams Tanja Böhning und Andreas Gminder ist der ideale Begleiter für die Pilzsuche. Ich persönlich sammle keine Pilze, sondern fotografiere sie sehr gerne. Deshalb interessiert mich die geheimnisvolle Pilzwelt, ich vermeide aber – im Gegensatz zum Sammler – ganz bewusst die eventuell verhängnisvollen Konsequenzen die eine Fehlbestimmung nach sich zögen.

Die Autoren geben uns auf den ersten Seiten allgemeine Hinweise: Wie ist das Buch aufgebaut? Wie geht man bei der Pilzbestimmung vor? Wie sammelt man richtig? Was tun bei einer Vergiftung? Die 450 vorgestellten Pilze werden per Farbcode am Seitenrand in die drei Hauptgruppen Röhrenpilze oder Röhrlinge, Lamellen- oder Blättterpilze und Sonstige Pilze unterteilt und gleich auf der Buchklappen-Innenseite werde diese Begriffe kurz erläutert. Mir gefällt die Übersichtlichkeit des Buches sehr gut.

Im grossen Hauptteil über die einzelnen Pilzarten wird in einem kurzen Text Wissenswertes zusammengefasst: Angaben zur Grösse (Hutdurchmesser), Wuchszeit, Vorkommen und charakteristische Merkmale. Neben der deutschen Bezeichnung wird für jeden Pilz auch der wissenschaftliche Name aufgeführt. Ein grosses Hauptfoto zeigt typische Exemplare in ihrer natürlichen Umgebung. Diese Farbabbildungen sind nicht nur schön, sondern auch sehr aussagekräftig. Ein kleineres Foto zeigt den Pilz ausserdem in einem seiner typischen Lebensräume und eine Illustration macht zusätzlich auf Details aufmerksam. Zu giftigen Doppelgängern finden sich in einem separaten Informationskasten wichtige Hinweise. Und unter der gelegentlichen Rubrik „Schon gewusst?“ lesen wir interessante, teilweise anekdotenhaft verfasste Zusatzinformationen.

„Welcher Pilz ist das?“, empfohlen vom NABU übrigens, ist ein handliches Bestimmungsbuch, das farbenfroh und lebendig daherkommt. Besonders für den Sammler lohnt sich die Anschaffung neu erschienener Pilzliteratur, denn auch die Pilzwelt unterliegt einem ständigen Wandel, so werden etwa durch Tourismus und Klimaveränderung neue Arten heimisch. Zudem gibt es immer wieder neue Erkenntnisse zu bereits heimischen Arten, besonders was deren Risiken oder Verträglichkeit anbelangt.

Mit diesem unkomplizierten und gut aufgebauten Naturführer hat es mir nun richtig Spass gemacht meine Fotomodelle zu bestimmen (oberstes Foto: Lila Schirmlinge – hochgiftig / unterstes Foto: Schopf-Tintling – essbar). Doch die Natur ist eben sehr eigenwillig und das bedeutet, dass Pilze ja nach Standort und klimatischen Bedingungen auch mal ganz anders aussehen können als diejenigen im Bestimmungsbuch. Deshalb gilt: um auf der sicheren Seite zu sein, ist es insbesondere dem Sammelanfänger dringend anzuraten, die Pilze vor dem Verzehr einer zuständigen Pilzkontrollstelle zu zeigen!

Autoren: Tanja Böhning und Andreas Gminder                                                                        Titel: Welcher Pilz ist das?                                                                                                  Erschienen im Kosmos Verlag                                                                                                         320 Seiten / SFr. 17.90

An dieser Stelle möchte ich mich beim Kosmos Verlag für die Zusammenarbeit und das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar herzlich bedanken

 

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8 Kommentare zu Für Sie gelesen: Welcher Pilz ist das?

  1. Liebe Arletta, ich halte es wie Du, Pilze sind super Fotomodelle aber essen mag ich sie nicht. Aber natürlich will auch ich wissen, was ich fotografiere. Danke für diesen Buchtipp. Mein Pilzbuch ist weder umfangreich noch auf dem neuesten Stand.

    LG Kathrin

    • Arletta sagt:

      Liebe Kathrin

      Mir geht es ebenso, ich möchte immer wissen, was genau ich da vor meiner Linse habe 🙂 Eigentlich esse ich Pilze sehr gerne, war mir aber nicht bewusst, wie viele hochgiftige Arten es davon gibt und davor habe ich einen Heidenrespekt.

      Liebe Grüsse,
      Arletta

  2. Almuth sagt:

    Liebe Arletta, das scheint mir ein schönes und informatives Buch auch für den ungeneigten Pilzesser zu sein 🙂 Ich halte es wie du: mir wäre das zu unsicher. In meiner Kindheit bin ich noch mit Mutter und Großmutter zum Pilzsammeln losgezogen. Es gibt vermutlich eßbare Arten, die man sehr gut identifizieren kann. Ich würde es trotzdem nicht ohne Kontrolle machen. Kürzlich las ich von einer Sorte, die erst nach mehrmaligem Verzehr und nach Jahren eines Tages zu Muskelschwund führen kann. Interessanterweise scheinen davon nicht alle Personen betroffen zu sein. Verrückt ! Wenn man bedenkt, daß sie in der Natur zur Zersetzung beitragen, kann man sich vorstellen, daß sie das u.U. auch mit dem menschlichen Organismus können. Huaaa. Die Pilze, eine Welt für sich !! – Das mit den langen weißen Lulatsch essen kann, hätte ich nicht gedacht. Vielleicht lege ich mir das Buch mal zu. Dieses Jahr kann man sich bei dem fabelhaften Pilzwachstum im Bestimmen jedenfalls hinreichend bilden 🙂 Mit regennassen Grüßen vom pilzigen Balkon, Almuth

  3. Arletta sagt:

    Liebe Almuth
    Ich muss sagen, ich hätte nie gedacht, dass es so viele hochgiftige Pilzsorten gibt, aber eigentlich ist es ja logisch, denn wie Du schreibst, Pilze sind für den Zersetzungsprozess in der Natur verantwortlich so eigentlich… Stimmt, dieses Jahr gibt es wirklich viele Pilze, auch auf dem Balkon 🙂 da hat sich nämlich in zwei Töpfen der Vielgestaltige Mooshäubling angesiedelt, das sind so ganz süsse kleine Pilzchen. HOCHGIFTIG wären die beim Verzehr. Pilze sind wirklich eine interessante Welt für sich 🙂
    Mit lieben Grüssen vom ebenfalls regennassen Balkon,
    Arletta

  4. Almuth sagt:

    Hm, ob das dieselben sind, die bei mir wachsen ? Ich glaube fast. Ich krieg da fast ne Pilzphobie bei dem Gedanken, was alles giftig ist 😉 Ich hatte ja auch schon mal den sehr giftigen Knollenblätterpilz in einem Topf. Anfangs sieht er zudem noch fast wie ein Champignon aus. Ich hätt ih nicht angerüht, aber wer da völlig unbedarft ist….Nee, lieber nur gucken 🙂 So sind sie schön genug ! LG, Almuth

    • Arletta sagt:

      Definitiv, liebe Almuth, wird nur geguckt 🙂 Denn wie ich eben im Kommentar von Giorgio lese, besteht bezüglich der Identifikation der Pilzgruppe auf dem Foto bereits Uneinigkeit 🙂

      Liebe Grüsse zu Dir, Arletta

  5. Giorgio sagt:

    Schade. Ich dacht zuerst, das sei ein Wettbewerb. Mit Gewinnen. Aber Pustekuchen.
    Denn, die Pilze auf dem ersten Bild sind Schopftintlinge, nicht wahr?
    Wenn´s ein Wettbewerb gewesen wäre, dürfte ich nun an der Verlosung teilnehmen.
    Herzlich, Giorgo

    • Arletta sagt:

      Lieber Giorgio

      Sei nicht so habgierig 🙂 🙂 🙂 Der Pilz auf dem untersten Foto ist (meiner Meinung nach) ein Schopf-Tintling. Aber die Pilzgruppe auf dem obersten Foto, nein, das sind doch keine Schopf-Tintlinge, die sehen doch ganz anders aus. Ich komm da immer noch auf Lila-Schirmlinge 🙂 so wie im Beitrag geschrieben 🙂

      Mit etwas ratlosen Grüssen,
      Arletta

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