Kohlrabiologie

Die letzten Tage dachte ich, dass es das nun bald mal war mit dem Kohlrabi. Verblüht beziehungsweise gegessen. Schade. Bis ich heute zu meiner Erhellung gelesen habe, dass Kohlrabi (Brassica oleracea) zweijährig ist, bloss meistens halt wie eine einjährige Pflanze behandelt wird. Der essbare, verdickte Spross, der sich über der Erde bildet, ist zu meinem Liebling im Salat geworden (an cremigem Dressing mit Salz und viel Pfeffer angemacht), denn er passt gut zu grilliertem Fisch.

Kohlrabi hält hier den Blattgrössenrekord (beliebte Delikatesse für Kaninchen und Meerschweinchen) und auch denjenigen an Wasserbedarf. Bescheiden war er hingegen bei der Wahl seiner Domizile, er hat sich ausgerechnet in den kleinsten Töpfen angesiedelt und teilt sich diese mit anderen Pflanzen. Und er liebt die volle Sonne.

Offensichtlich gibt es zwei Sorten Kohlrabi: die essbare Variante bildet keine Blüten aus, während die blühende Variante keine brauchbaren Knollen ausbildet, dafür aber bei Insekten für ihren Nektar sehr beliebt ist. Eine beeindruckende Pflanze, nicht?

Die leuchtend gelben Blüten gleichen denen des Raps sehr. Die sichere Identifikation gelang mir nur aufgrund des verdickten Sprosses. Kohlrabi sehe ich als ideale Pflanze für den Selbstversorgerbalkon, er ist dekorativ und multifunktional. Und wer keine Hasenartigen oder Nagetiere beherbergt, kann die dicken Blätter sogar kochen (lassen sich wie Wirsing verwenden und schmecken auch ähnlich).

Der Grund seiner Anwesenheit hier auf dem Balkon wird für immer ein Geheimnis bleiben. Vermutlich haben ihn die Vögel über ihr Winterfutter ausgesät. Und das war eine richtig, richtig gute Idee!

♥♥♥♥♥♥♥ Kohlrabi ♥♥♥♥♥♥♥

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3 Kommentare zu Kohlrabiologie

  1. Almuth sagt:

    Toll, was für eine wunderbare Pflanze und vielen Dank für diese kleine Liebes- bzw. Lobeshymne auf den Kohl 🙂 Das war mir alles unbekannt. Ich wunderte mich schon, wie der Kohlrabi mit Knolle in deinen Kästen wächst. Das der hier gar keine ausbildet, darauf wäre ich nicht gekommen. Es klingt sehr lecker, was man damit machen kann. Also ist die blühende Variante doch essbar, also die Blätter ?! – Und schön ist sie auch. Hätte ich das mal früher gewußt ! Aber im Handel habe ich sie noch nicht gesehen. Den Vögeln sei dank. Die bringen uns immer wieder Neues und neue Ideen. In einem Kasten bei mir wächst ein kleines Häuflein diverser Pflänzchen, ein richtiges Konglomerat. Es sieht fast aus, wie von so einer Blumensaatbombe, aber ich schätze, daß es ein großer „Vogelschiß“ war, in dem sich viele verschiedene Körner befanden ! Liebe Grüße aus dem heute richtig kühlen Norden (knapp 20 Grad, brrr). Hast du etwas Abkühlung bekommen ?

    • Arletta Rusterholz sagt:

      Konglomerat, genau das ist das richtige Wort, liebe Almuth! Ich liebe solche von den Vögeln angesäte Töpfe, in denen alles auch noch so wunderbar gedeiht! Unsere gefiederten Freunde sind einfach prima Gärtner 🙂 Über Kohlrabi findet sich in den Weiten des Internets erstaunlich wenig. Über blühenden Kohlrabi schon gar nicht und dass es „unbrauchbare“ Pflanzen gibt, die einfach „nur“ blühen, habe ich auch nur erfahren, weil sich Leute über diese unbrauchbaren Saatmischungen in einem Gartenforum ausgetobt haben. Die Blätter vom blühenden Kohlrabi kann man essen, im Blattwerk gibt es eigentlich keinen Unterschied. Es ist auch nicht so, dass der Blührabi 🙂 gar keine Knollen ausbildet, sie bleiben bloss so klein, dass sie für die Küche nicht wirklich was taugen. Mir ist das ja egal, wenn ich ehrlich bin, dann macht mir der blühende Kohlrabi sogar mehr Freude. Er ist schön und die Insekten hängen dran. Essrabi 🙂 kann ich ja kaufen. Oh ja, hier kam die Abkühlung zum Glück über Nacht, „nur“ noch schlappe 25 Grad momentan. Einigen Pflanzen ist die grosse Hitze auch nicht so gut bekommen, die liessen bedenklich Blätter hängen oder gar fallen. Mit lieben Grüssen in den Norden, Arletta

  2. Pingback: Kräuterchallenge Ende Juni | naturaufdembalkon

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