Fröhlicher Fruchtzauber und funkelnde Beeren

Kürzlich war ich im Gartencenter (geschieht öfters mal 🙂 ) und an dieser Pflanze bin ich hängengeblieben, sie hat durch ihre leuchtenden Beeren auf sich aufmerksam gemacht und ich fand, dass ein solcher Farbtupfer meinem Balkon ganz gut bekommen würde 🙂

Es handelt sich um die Scheinbeere (Gaultheria procumbens), eigentlich ist das eine Bodendeckerpflanze, die sich gerne ausbreitet aber nur grad eine Höhe von 15 cm erreicht, sie kann sowohl in Beete ausgepflanzt werden als auch in einem Topf auf dem Balkon gedeihen. Ihr bevorzugter Standort wird mit halbschattig bis vollsonnig angegeben und sie ist absolut winter- und frosthart. Von Juni bis August trägt die Gaultheria procumbens weisse Blüten, danach produziert sie diese tiefroten Beeren, die über den ganzen Winter erhalten bleiben. 135 verschiedene Arten von Scheinbeeren sind bekannt, die Blütenfarben können variieren, weiss, crème, rosa und sogar blau können sie sein.

Scheinbeeren sind Moorbeetpflanzen und haben ganz ähnliche Ansprüche wie zum Beispiel das bekannte Heidekraut: sie dürfen niemals austrocknen, ein Zuviel an Wasser hingegen schadet ihnen nicht, sie mögen ein sehr saures Substrat im pH-Bereich zwischen 3.8 und 4. 3 (ich füge dem Giesswasser etwas Essig zu) und werden gerne alle vier Wochen ausreichend mit Dünger versorgt.

Vögel fressen diese dekorativen Beeren übrigens nicht, aber für Hummeln sei die Pflanze ein Volltreffer, Hummeln lieben Scheinbeeren anscheinend (so steht es in der „Packungsbeilage“ zu meiner Gaultheria procumbens) und ich bin da mal sehr gespannt!

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Novemberspinat

Auf dem Balkon herrscht derzeit winterliche Tristesse, wäre da nicht diese eine Pflanze, die momentan aus so ziemlich allen Töpfen spriesst: die Gartenmelde (Atriplex hortensis), auch bekannt unter dem Namen Spanischer Spinat oder Spanischer Salat. Die jungen, saftigen, Vitamin-C-reichen und eisenhaltigen Blätter ergeben gekocht ein Gemüse oder eine Wildkräutersuppe mit spinatähnlichem Geschmack. Ich persönlich finde Gartenmelde so lecker, dass ich sie am liebsten roh im Salat mag.

Die Pflanze hat sich hier vor Jahren selbst ausgesät und erfreut uns nun Winter für Winter. Die Gartenmelde ist ein uraltes und selten gewordenes Wildgemüse, welches es nirgends zu kaufen gibt. Über 300 Meldenarten sind weltweit bekannt, viele davon sind äusserst gute Nahrungspflanzen für Schmetterlingsraupen. Offensichtlich wurde die nach der Ernte leider schnell welk werdende Gartenmelde vom „richtigen“ Spinat im Kulturanbau verdrängt und hat in der Folge den Unkrautstempel aufgedrückt bekommen. Fast alles, was ich in Büchern über dieses Wildkraut gefunden habe, handelt denn auch von dessen Vernichtung! Schade.

Die mehrjährige Gartenmelde braucht nicht viel, um glücklich zu sein: ein sandig-lehmiger Boden im eher sauren pH-Bereich zwischen 6.3 – 6.7, viel giessen sollte man sie auch und mit Dünger besser nicht geizen, die Melde liebt es nährstoffreich. Sobald die Pflanzen zu blühen beginnen, werden die Blätter bitter und können nicht mehr verwendet werden. Meiner Meinung nach lohnt es sich, dieses alte, leckere Wildgemüse wieder im Garten oder auf dem Balkon anzubauen oder es gedeihen zu lassen, wenn es sich von selbst bei uns ansiedelt 🙂

 

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Für Sie gelesen: Bauer Franz – Glücksgefühl to roll on

Wissen Sie, liebe Leserinnen und Leser, was „heubig sein“ bedeutet? Oder „Heubigkeit?“ Ich weiss es auch erst seit gestern. Dieser Begriff umfasst – grob umrissen – eine enorme Hormonausschüttung im Zusammenhang mit der Heuherstellung. Als Besitzerin einer heufressenden Kleintierherde bin ich auf Konsumentenseite dem Phänomen der Heubigkeit erlegen, denn, angewiesen auf qualitativ gutes Heu für meine Tiere, bin ich eindeutig heubig (=scharf?) auf Heu von artenreichen Wiesen aus der Region, Erstschnitt bitteschön, Bioqualität sowieso, sonnengetrocknet und möglichst erschwinglich. Eine ausführlichere Beschreibung dieses Phänomens findet sich – nebst vielem anderem – im Buch „Bauer Franz -Glücksgefühl to roll on“ herausgegeben vom Landwirtschaftsverlag Münster

Autor Franz Kinker alias Bauer Franz aus dem Allgäu ist Bio-Landwirt aus Leidenschaft, Blogger, Schriftsteller und obendrein vermietet die Familie Kinker Zimmer für Ferien auf dem heimischen Hof. Selbstironisch, sozialkritisch, aber immer auch amüsant, schreibt er in seinem Buch über Erlebnisse auf dem Bauernhof, Familiengeschichten und das Konsumverhalten moderner Menschen. Kombiniert mit seinen Beobachtungen an Wirtschaft und Landwirtschaftspolitik, ergibt dies ein kluges Buch, keines das belehrend und mühsam zu lesen daherkommt, sondern eines, das dank seiner beherzten und visionären Art in jedem einzelnen Kapitel Charme und Geist versprüht. Wenn er auch in einigen Essays auf mögliche düstere Szenarien in der Zukunft zu sprechen kommt, so lässt Bauer Franz seine Leser nie in der Luft hängen, ganz im Gegenteil: seine kernigen Lösungsvorschläge lassen gleich wieder Hoffnung aufkommen.

Bauer Franz‘ Geschichten und Gedanken, teilweise garniert mit Fakten, Zahlen und Erklärungen von Fachbegriffen, kommen herrlich in sich abgerundet und ruhend daher, Fotos von idyllischen Landszenen sorgen noch zusätzlich für Auflockerung. In „Glücksgefühl to roll on“  erklärt uns Bauer Franz, welche Schlüsselrolle landwirtschaftlichen Kleinbetrieben in Bezug auf Nachhaltigkeit zukommt und immer wieder weist er darauf hin, wie wichtig es ist, dass der Landwirt als Unternehmer die richtigen betrieblichen Entscheidungen fällt. Seinen eigenen Werdegang vom konventionell arbeitenden bis hin zum Bio-Bauern beschreibt er nicht beschönigend, sondern so, wie es eben war: teuer und nicht einfach. Und dann trinkt er einen Likör auf diese Entscheidung, die unter dem Strich eben doch die beste war. Social Media Kanäle, so betont er mehrfach, sind heute aus einer erfolgreichen Landwirtschaft nicht mehr wegzudenken, eigentlich logisch, wo sonst hat man eine solch grosse Reichweite und dies erst noch kostenlos. Und wo kann sich ein Farmer einfacher direkt mit dem Konsumenten kurzschliessen, und auch umgekehrt der Konsument mit dem Farmer, als im Internet?

Zukunftsvisionen, unternehmerisches Denken, Esprit, eine ausserordentliche thematische Vielfalt, dazu eine geballte Ladung positiver Energie und das Herz am rechten Fleck: daraus entstanden ist „Glücksgefühl to roll on“ – ein äusserst unterhaltsames Buch, das mich vom ersten gleichnamigen Essay bis hin zum Nachwort (!), in dem Bauer Franz – unter anderem – seinen Kühen dankt, nicht losgelassen hat. Für mich ein nachhaltiges und persönliches Werk, eines, das durch seine lockere Erzählweise und den ungezwungenen Umgang mit ernsthaften Themen ebenso hängenbleibt wie durch einige provozierende Aussagen, die mir nahrhafte Denkanstösse für das eigene Konsumverhalten verpasst haben. Bauer Franz beherrscht die Kunst, ein Essay zu schreiben ebenso, wie seine Geschichten atmosphärisch so dicht daherkommen zu lassen, dass man derweilen das Gefühl hat, man sei persönlich dabei gewesen.

Autor: Franz Kinker                                                                                                                         Titel: Bauer Franz – Glücksgefühl to roll on                                                                    Erschienen Oktober 2017 im Landwirtschaftsverlag Münster                                                 120 Seiten / SFr. 21.90

An dieser Stelle möchte ich mich beim Landwirtschaftsverlag Münster für die Zusammenarbeit und das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar herzlich bedanken

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Ein wenig Herbstromantik

Sonnenschein, eine in Gold getauchte Landschaft, ein Teppich aus Herbstblättern dazu ein Gewässer… derzeit wohl meine Lieblingscombo 🙂 All dies bietet die Halbinsel Au mit ihrem Naturschutzgebiet rund um den Ausee. Dazu erst noch einige höchst romantische Accessoires und im Hintergrund der beeindruckende Weinberg und das Weinbaumuseum. Aber nun schweige ich und lasse für heute mal die Bilder sprechen bevor es hier auf dem Blog in den nächsten Tagen wieder wortgewaltiger wird 🙂

                    

 

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Die Brache: das letzte Kapitel.

Juni 2016

Juni 2017

Drei Jahre lang existierte die Brache insgesamt und in den Jahren 2016 und 2017  habe ich näher hingeschaut und eine kleine Dokumentation über sie erstellt. Nun wird sie aufgehoben und wieder in Ackerland umgewandelt. Was bestehen bleibt, ist ein ökologischer Grünstreifen für die Wildtiere. Ganz interessant finde ich die mehrjährige Entwicklung von der gezielten Ansaat bis hin zur totalen Autonomie 🙂

Wo im letzten Frühsommer  Mohn- und Kornblumen sowie viele verschiedene Gräser dominierten, eröffneten in diesem Jahr Klee, diverse Ampferarten, Hahnenfussgewächse, Spitz- und Breitwegerich sowie wiederum allerhand Gräser den bunten Brachen-Reigen.

August 2016

August 2017

Wilde Möhre und Luzerne dominierten das Geschehen im Hochsommer letzten Jahres, während dieses Jahr vieles durcheinander wuchs und wucherte.

Oktober 2016

Oktober 2017

Ein Meer von Margeriten und Wegwarten sowie einzelne Königskerzen waren im letzten Herbst zu bewundern. Die Blütezeit dieses Jahr beendet die Brache mit weissem Gänsefuss. Dazwischen hat sich viel Einjähriges Rispengras angesiedelt.

Die Ackerbrache wurde vor drei Jahren eingesät und mit zunehmendem Alter sieht man nun vermehrt Pflanzen, die sich vom anliegenden Waldrand und Saatgrasland her auf der Brache ausbreiten. Eine vollständige Rückentwicklung hin zu einem Waldgebiet würde hingegen einige Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Die Ansaat von Menschenhand wird bei mehrjährigen Buntbrachen von einer selbstbegrünten Vegetation abgelöst. Auch diese unterschiedlich entwickelten Pflanzenbestände bieten vielen Vogelarten, Kleinsäugern, Amphibien, Reptilien und Insekten ganzjährig ungestörte Nahrungs-, Fortpflanzungs- und Rückzugslebensräume. Je länger eine Brache bestehen bleibt, desto mehr kann sich eine stabile, langlebige Population von Nützlingen aufbauen. Durch die Erhöhung der Artenvielfalt an Wildinsekten leisten mehrjährige Brachen zudem einen wertvollen Beitrag zur Sicherung der Blütenbestäubung.

Auf der Seite Bunte Brachen können Sie, liebe Leserinnen und Leser, meine gesamte Brachendokumentation jederzeit nachlesen 🙂

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Mythos Winterfütterung von Wildvögeln auf dem Balkon

Für Anfang nächster Woche sind eisige Kälte und Schneefall angekündigt, ja, es ist wieder soweit: die Wildvögel brauchen unsere Hilfe und nehmen diese dankbar an. Zwar hat die Winterfütterung auf Balkonen und Terrassen an Popularität zugenommen, doch einige Mythen lassen sich offensichtlich nur schwer aus der Welt schaffen. Der Klassiker unter den vielen Ausreden ist: „ja, ich würde ja gerne, wenn ich bloss einen Garten hätte…“ und deshalb versuche ich es heute mal, mit einem Plädoyer für die Balkonfüttterung 🙂

Mythos Nummer 1: Vögel füttern, das geht nur im Garten. Warum denn das? Vögel lassen sich auf dem Balkon ebenso gut betreuen, im Gegenteil, der Balkon kann sogar mit einigen wesentlichen Vorteilen aufwarten: es gibt keine freilaufenden Katzen oder sonstigen Fressfeinde, die unseren gefiederten Freunden nach dem Leben trachten und dies erlaubt ein entspanntes Fressen sogar auf dem Boden. Denn die meisten Vögel fressen am liebsten direkt vom Boden. Ein Balkon bietet dank seiner erhöhten Lage zudem eine gute Rundumsicht, Vögel mögen das. Und die kahlen Äste unserer Balkonpflanzen bieten feudale Sitzgelegenheiten, manche Vögel nutzen diese sogar als Übernachtungsmöglichkeit. Viele Balkone sind ganz oder teilweise überdacht, somit wird das Vogelfutter nicht nass und das Gefieder unserer Gäste bleibt ebenfalls trocken. Fensterscheiben stellen kein Risiko dar, solange diese sichtbar sind. Vorhänge genügen meiner Erfahrung nach. Rollläden, Reflektoren oder sehr seltenes Putzen 🙂 dienen demselben Zweck.

Mythos Nummer 2: Das ist doch voll unhygienisch, da breiten sich Krankheiten aus. Hier gilt es lediglich, einige ganz einfache Regeln einzuhalten, denn ein sauberes und möglichst keimfreies Umfeld ist für die Vogelgesundheit genauso wichtig wie für uns Menschen. Erstaunlich selten zwar finden sich Hinterlassenschaften am Futterplatz, sollte es aber doch mal vorkommen, so muss die Stelle gereinigt werden, denn Vogelkot ist sehr aggressiv. Im Zoofachhandel gibt es spezielle Reinigungsmittel für Futterplätze. Keinesfalls sollte man scharfe Desinfektionsmittel oder konventionelle Putzmittel einsetzen, denn diese können die Vögel vergiften. Ideal ist es, wenn man Fettblöcke, Nussstangen oder Meisenknödel an Äste oder ähnliches hängt, denn solche Schmankerls bleiben vor Verschmutzungen sicher. Vogelhäuser geben dem Balkon zwar ein romantisches, rustikales Flair, ich stelle trotzdem keine mehr hin, denn diese sind nun wirklich schwierig zu reinigen. Viel lieber sind mir glasierte Untersetzer für Blumentöpfe, gefüllt mit Sämereien, direkt auf dem Balkonboden platziert. Erstens fressen die Vögel gerne daraus und zweitens kann ich diese Näpfe abends reinnehmen, vollkommen problemlos abwaschen und am nächsten Morgen frisch gefüllt wieder auf den Balkon stellen. Es empfiehlt sich sowieso, kein Futter über Nacht draussen stehen zu lassen, denn es kann einfrieren oder Schadnager anlocken (auf dem Balkon zwar eher unwahrscheinlich, aber man weiss ja nie…).

Mythos Nummer 3: Die Vögel fürchten sich aber doch vor uns Menschen und flattern ständig aufgeregt weg, wenn sie uns bemerken. Ja, vielleicht während der ersten zwei Tage 🙂 Vögel merken sich sehr schnell, wer für das Futter zuständig ist und wen man demzufolge öfters mal sieht. Je länger die Futtersaison, desto zutraulicher und frecher werden unsere kleinen Freunde. Wenn ich den Balkon betrete, fliegt keiner mehr weg, nicht mal dann, wenn ich mit dem Staubsauger anrücke (herumliegende Körner lassen sich leicht einsaugen) oder wenn ich im Frühjahr die ersten Gartenarbeiten tätige.

Mythos Nummer 4: Ich mag nicht ganze Vogelschwärme anlocken mit dem Futter. Passiert nicht, verlassen Sie sich drauf. Vögel sind sehr territorial veranlagt und haben eine klare Fresshierarchie. Nicht jeder Vogel darf an jeder Futterstelle fressen. Dafür sorgt in der Regel ein Chefvogel, der stets den Überblick behält und sich seines anspruchsvollen Jobs wegen auch ständig auf Ihrem Balkon aufhalten wird. Bei uns ist dies eine Amsel 🙂

Mythos Nummer 5: Ach, die brauchen das doch gar nicht, die finden ihr Futter in der Natur draussen. Gegenfragen: wie sollen die Vögel unter einer geschlossenen Eis- und/oder Schneedecke Futter finden, wenn sie vor Kälte und Hunger eh schon geschwächt sind? Und was genau sollen die da finden? Die Menschheit hat die natürlichen Lebensräume und Futterquellen durch endlose Bautätigkeiten, den Einsatz von Pestiziden und den exzessiven Anbau von Monokulturen so stark zerstört, dass die Vögel bald, sehr bald, sogar ganzjährig auf unsere Unterstützung angewiesen sein werden.

Wie halten Sie es, liebe Leserinnen und Leser, mit der Wintervogelfütterung? Füttern Sie bereits und kennen Sie vielleicht gar das ultimative Vogelfutterrezept? Wie machen Sie es diesen bezaubernden Tieren gemütlich? Mich interessiert alles und ich bin gespannt auf Ihre Kommentare 🙂

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Meine fünf persönlichen Spätherbst-Tipps

Jeder Saisonwechsel ist einzigartig.  Aber den Übergang von der Vegetationszeit bis zum ersten Schneefall, den finde ich am schönsten. Einen noch prächtigeren Herbst als in diesem Jahr, kann ich mir eigentlich gar nicht vorstellen. Die Natur bereitet sich auf ihren grossen Winterschlaf vor und dies tut sie in vollendeter Schönheit. Jetzt ist die Zeit, um das zu wertschätzen, was der Herbst uns bietet.

Der Herbst ist meine Lieblingsjahreszeit. Und wer meinen Blog etwas verfolgt, hat bestimmt bemerkt, wie herbstlich es auch hier geworden ist. Ich liebe es, an einem kühlen Morgen aufzuwachen, wenn noch Nebel über den Feldern liegt, um dann später durch die Wälder zu ziehen und zu staunen ob all dieser farbigen Schönheit. Und ich mag es, wenn sich die Wege in einen raschelnden Teppich aus goldenem Laub verwandeln.

Novemberblues? Was genau ist das? Mir kommen ein paar ganz einfache Dinge in den Sinn, wie man sich die „ungemütliche“ Jahreszeit sehr gemütlich gestalten kann:  

Erstens: Rausgehen. Warum denn nicht? Es gibt kein falsches Wetter, es gibt höchstens unpassende Kleidung. Mein Favorit ist der Spaziergang durch den Wald oder um einen See herum. Das Spiel der Farben findet sich nun überall. Die Fotokamera sollte immer mit dabei sein, denn Inspiration lauert nun überall. Frühmorgens ist das Licht ganz speziell bezaubernd, tiefliegender Nebel verleiht der Landschaft Mystik. Kühle Luft inspiriert, erfrischt und motiviert. Und danach: ein heisses Getränk geniessen 🙂

Zweitens: Die richtige Kleidung. Warme und bequeme Kleidung ist jetzt gefragt. Auch draussen soll es gemütlich sein. Stiefel, Jeans, ein weicher Wollpullover und eine wasserabweisende, wetterfeste und gefütterte Outdoor-Jacke, dazu ein selbstgestrickter Schal, so sieht meine Wohlfühl-Uniform bis zum nächsten Frühling aus 🙂

Drittens: Das Zuhause gemütlich machen. In den Wintermonaten verbringen wir eindeutig mehr Zeit daheim. Perfekt, um die eigenen vier Wände einladend und heimelig zu gestalten. Warme Wolldecken dekorativ über’s Sofa drapiert, verleihen ein vollkommen neues Einrichtungsgefühl. Mein Dauerbrenner (quasi wortwörtlich…) sind Kerzen. Laternen draussen dürfen ebenso wenig fehlen wie Kerzen drinnen. Das ist Gemütlichkeit pur und verleiht dem Raum (oder auch dem Balkon) ein einzigartig warmes Licht und frühes Eindunkeln macht plötzlich Spass 🙂

Viertens: Kochen. Gut essen und der Herbst, das passt perfekt zusammen und ist wichtig. Suppen eignen sich gut und lassen sich gut einfrieren. Sehr praktisch für Tage, an denen für’s Kochen einfach keine Zeit ist. Aus dem Gefrierfach nehmen – kurz antauen – in der Pfanne aufwärmen – geniessen. Mein Favorit in dieser Jahreszeit: Rotkohl! Auf diesen speziell feinen, süsslichen Geschmack freue ich mich jeden Herbst wieder. Gerne kombiniere ich Rotkohl mit Spätzle, Rosenkohl und einer Pilzsauce und garniere das Ganze mit Preiselbeeren. Vegetarisches „Wild“ sozusagen 🙂

Fünftens: Filme. Den Sommer über hat unser Fernseher nicht viel zu tun. Draussen sitzen solange es geht, ist viel beliebter. Aber jetzt ist eine grossartige Zeit für einen gemütlichen Abend mit einem wirklich guten Film. Oder einer neuen Serie. Hoch im Kurs stehen hier Sender, die Natur-Dokumentationen über andere Länder zeigen 🙂

Was sind Ihre persönlichen November-Glanzlichter, liebe Leserinnen und Leser? Was darf bei Ihnen für einen gelungenen Spätherbst nicht fehlen? Ich bin sehr gespannt und freue mich auf Ihre Kommentare 🙂

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Novemberstimmung am Fluss

Die farbige Lebendigkeit und Vielfältigkeit im Herbst begeistern mich immer wieder. Das leuchtende Gelb, was noch von der Morgensonne intensiviert wird, und die Farbenpracht orangeroter Blätter strahlen um die Wette. Auch wenn die Tage nun zunehmend kürzer und auch merklich kühler werden, sind die Farben draussen nun umso wärmer und intensiver. Die Natur produziert derzeit die tiefsten und wunderschönsten Farbtöne. Hier, im Kontrast mit dem Wasser, kommen sie ganz besonders gut zur Geltung. Diese Fotos habe ich an der Sihl aufgenommen.

Momentan geht’s etwas zu hektisch zu und her in meinem Leben. Wann immer ich kann, nehme ich mir kleine Auszeiten für Streifzüge durch die Natur. Und setze mich danach regeneriert, inspiriert und motiviert wieder an die Arbeit.

and at the end of the day, your feet should be dirty, your hair messy and your eyes sparkling…

♥ Sihl ♥

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Neues von der Brache im Monat Oktober

Diesen Sommer über habe ich gar nie über die Brache berichtet, was nicht heisst, dass ich nicht regelmässig an ihr vorbeispaziert bin oder gar, dass sie mich nicht mehr interessiert, vielmehr verholzt sie nun einfach immer mehr, was typisch ist für mehrjährige Buntbrachen, und wirkt dadurch sehr gestrüppig und auch nicht mehr wirklich fotogen. Näher an die Pflanzen ran konnte und kann ich nicht, ohne die Brache zu betreten, was aufgrund der enormen Artenvielfalt an kleinen und kleinsten Tieren und Organismen, die sich dort angesiedelt haben, wirklich keinen Sinn macht.

Was mir heute aufgefallen ist: zwei Pflanzengattungen sind in diesem Herbst sehr dominant. Einerseits das Einjährige Rispengras (Poa annua). Wie die meisten Gräser ist auch diese zu den Süssgräsern gehörende Art rasenbildend; sie gehört einer sehr artenreichen Gattung an und ist blühend fast das ganze Jahr auf Brachen zu finden.

Andererseits auch der Weisse Gänsefuss (Chenopodium album). Das augenfälligste Merkmal dieser Art, gegenüber vielen anderen Gänsefussgewächsen, ist die auffallend weissmehlige Oberfläche der ganzen Pflanze. Zudem ist die Pflanzengrösse mit 20-200cm Wuchshöhe extrem variabel, was ebenso für die Blätter gilt, die verschiedenste Formen haben können. Die weissen Blüten entwickeln sich von Mai bis in den Herbst hinein.

Nun, da das Nahrungsangebot täglich knapper wird, dienen beide Pflanzen als wichtige Pollen- und Nektarquellen für die Insektenwelt, ein Grund weshalb Brachen – nebst ihrer Funktion für die Bodenruhe – ökologisch so immens wertvoll sind!

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Für Sie gelesen: Welcher Pilz ist das?

Steinpilz oder Satanspilz? Essbar, erst nach besonderer Zubereitung essbar, ungeniessbar oder gar giftig? Um dies möglichst schon im Wald zu erkennen, bedarf es eines praktischen und kompetenten Bestimmungsbuches. Die vorliegende Neuauflage 2017 des KOSMOS-Taschenbuches „Welcher Pilz ist das?“ des Expertenteams Tanja Böhning und Andreas Gminder ist der ideale Begleiter für die Pilzsuche. Ich persönlich sammle keine Pilze, sondern fotografiere sie sehr gerne. Deshalb interessiert mich die geheimnisvolle Pilzwelt, ich vermeide aber – im Gegensatz zum Sammler – ganz bewusst die eventuell verhängnisvollen Konsequenzen die eine Fehlbestimmung nach sich zögen.

Die Autoren geben uns auf den ersten Seiten allgemeine Hinweise: Wie ist das Buch aufgebaut? Wie geht man bei der Pilzbestimmung vor? Wie sammelt man richtig? Was tun bei einer Vergiftung? Die 450 vorgestellten Pilze werden per Farbcode am Seitenrand in die drei Hauptgruppen Röhrenpilze oder Röhrlinge, Lamellen- oder Blättterpilze und Sonstige Pilze unterteilt und gleich auf der Buchklappen-Innenseite werde diese Begriffe kurz erläutert. Mir gefällt die Übersichtlichkeit des Buches sehr gut.

Im grossen Hauptteil über die einzelnen Pilzarten wird in einem kurzen Text Wissenswertes zusammengefasst: Angaben zur Grösse (Hutdurchmesser), Wuchszeit, Vorkommen und charakteristische Merkmale. Neben der deutschen Bezeichnung wird für jeden Pilz auch der wissenschaftliche Name aufgeführt. Ein grosses Hauptfoto zeigt typische Exemplare in ihrer natürlichen Umgebung. Diese Farbabbildungen sind nicht nur schön, sondern auch sehr aussagekräftig. Ein kleineres Foto zeigt den Pilz ausserdem in einem seiner typischen Lebensräume und eine Illustration macht zusätzlich auf Details aufmerksam. Zu giftigen Doppelgängern finden sich in einem separaten Informationskasten wichtige Hinweise. Und unter der gelegentlichen Rubrik „Schon gewusst?“ lesen wir interessante, teilweise anekdotenhaft verfasste Zusatzinformationen.

„Welcher Pilz ist das?“, empfohlen vom NABU übrigens, ist ein handliches Bestimmungsbuch, das farbenfroh und lebendig daherkommt. Besonders für den Sammler lohnt sich die Anschaffung neu erschienener Pilzliteratur, denn auch die Pilzwelt unterliegt einem ständigen Wandel, so werden etwa durch Tourismus und Klimaveränderung neue Arten heimisch. Zudem gibt es immer wieder neue Erkenntnisse zu bereits heimischen Arten, besonders was deren Risiken oder Verträglichkeit anbelangt.

Mit diesem unkomplizierten und gut aufgebauten Naturführer hat es mir nun richtig Spass gemacht meine Fotomodelle zu bestimmen (oberstes Foto: Lila Schirmlinge – hochgiftig / unterstes Foto: Schopf-Tintling – essbar). Doch die Natur ist eben sehr eigenwillig und das bedeutet, dass Pilze ja nach Standort und klimatischen Bedingungen auch mal ganz anders aussehen können als diejenigen im Bestimmungsbuch. Deshalb gilt: um auf der sicheren Seite zu sein, ist es insbesondere dem Sammelanfänger dringend anzuraten, die Pilze vor dem Verzehr einer zuständigen Pilzkontrollstelle zu zeigen!

Autoren: Tanja Böhning und Andreas Gminder                                                                        Titel: Welcher Pilz ist das?                                                                                                  Erschienen im Kosmos Verlag                                                                                                         320 Seiten / SFr. 17.90

An dieser Stelle möchte ich mich beim Kosmos Verlag für die Zusammenarbeit und das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar herzlich bedanken

 

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