Ökogetreide im Kochtopf

Dinkelvollkornnudeln kannte ich bislang nicht. Die Packung wanderte eher zufällig in den Einkaufskorb und ich hegte meine Zweifel, ob diese Teigwaren in punkto Schmackhaftigkeit mit „normalen“ Nudeln überhaupt mithalten können.

Über das Dinkelvollkorn las ich, dass es mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen alle basisch wertvollen Inhaltstoffe enthält für einen geregelten Ablauf der gesunden Stoffwechselreaktionen im menschlichen Körper. Ein Nahrungs- und gleichzeitig Heilmittel?

Ich zitiere Hildegard von Bingen (1098-1179): „Dinkel ist das beste Getreide, fettig und kraftvoll und leichter verträglich als alle anderen Körner. Es verschafft dem Esser ein reales Fleisch und bereitet ihm gutes Blut. Die Seele des Menschen macht es froh und voll Heiterkeit.“

Neugierig und positiv eingestimmt durch Frau von Bingen wagte ich mich an ein erstes Kochexperiment mit den bräunlichen Nudeln!

Rezept: Dinkelvollkornnudeln mit Ei und Spinat

Nudeln in Salzwasser al dente kochen

Spinat erhitzen und mit Rahm verfeinern, gehackte Zwiebeln zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen

Dinkelvollkornnudeln in eingefetteter Bratpfanne anbraten

Verquirlte Eier unterrühren und stocken lassen

Ich mag einfache Rezepte, die zu äusserst schmackhaften und gut sättigenden Ergebnissen führen, so wie dieses hier! So machte ich mich dann auf zur Recherche über dieses wohlschmeckende Getreide, das den wissenschaftlichen Namen Triticum spelta trägt:

Das Urgetreide Dinkel (auch Urweizen genannt) verträgt keinerlei chemische Behandlungen, das heisst, Pestizide, Fungizide und Konsorten führen unweigerlich zu Ernteausfällen! Das Getreide ist aber durch seine, das Korn umschliessende, Spelzen so robust, dass der Anbau ohnehin ökologisch vollkommen vorteilhaft – bio eben – erfolgen kann! Dinkel bringt es auf geringere, aber stabilere Erträge als die modernen, hochgezüchteten Weizenarten. Ein weiterer Pluspunkt: Dinkel toleriert jeden pH-Wert des Bodens, kann also quasi überall angebaut werden, solange die Wasserversorgung stimmt, denn diesbezüglich ist unser Triticum spelta weniger tolerant.

Fazit: Dinkelvollkornnudeln sind, bedingt durch die Anbauweise, von Natur aus ein ökologisches Produkt. Sie sind gesund. Nahrhaft. Und dank ihres feinen, nussartigen Aromas wirklich lecker. Ich werde auf jeden Fall auch andere Rezepte ausprobieren!

Eine interessante Seite für weitere Informationen: UrDinkel

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13 Kommentare zu Ökogetreide im Kochtopf

  1. Almuth sagt:

    Das hört sich gut an ! Liebe Grüße, Almuth

    • Arletta Rusterholz sagt:

      Hallo liebe Almuth! Ich bin wieder überrascht, was „man“ alles nicht kennt! Vollkornnudeln kannte ich, kaufte ich aber nie wieder. Aber dieses Dinkelvollkorn, das schmeckt nun wirklich! Mit lieben Grüssen aus der Küche, Arletta

  2. Cecilia sagt:

    I am the same, I just love creating simple meals that are made of great ingredients. Thanks for your inspiration. Ich wuensche, wir haetten Dinkel hier in den USA. Greetings.

    • Arletta Rusterholz sagt:

      Thanks a lot for your comment dear Cecilia! Are you sure there is no spelt available in the US? I just wonder if there is a specific reason why spelt is actually not cultivated in the States. Greetings, Arletta

  3. Giorgio sagt:

    Hallo, liebe Arletta, ich finde das mit den Vollkornnudeln gar nicht so einfach. Macht man sie selbst, schmecken sie super. Kaufen, ist hingegen schwieriger. Du wolltest anscheinend die Marke Deiner Wahl nicht mitteilen? Ich habe schon verschiedene in verschiedenen Läden versucht. In Italien kaufte ich bei coop „Vivi verde Spaghetti Biologici integrali“. Die waren wirklich lecker, obwohl sicher nichts Besonderes.
    Aber, man bekommt sie in Deutschland nicht.
    Herzliche Grüße
    Giorgio

    • Arletta Rusterholz sagt:

      Hallo lieber Giorgio! Ich bin ja Wiederholungstäterin in Sachen Werbung, in diesem Fall ging es mir um Dinkelgetreide generell. Die Marke meiner Wahl war „NatureActiveBio“, Spaghetti aus Bio Vollkorn Dinkel. Den Kauf habe ich getätigt bei Aldi, welcher hier eine Urgetreide-Woche durchführte mit den dazu gehörenden Angeboten. Dass Dinkel weder in den USA noch in Deutschland erhältlich ist, beweist halt doch, dass solche „alten“ Getreidearten erst wieder bekannt gemacht werden müssen. Ich sehe, es gibt viel zu tun. Mit lieben Grüssen aus der Küche, Arletta

      • Giorgio sagt:

        Liebe Arletta, da hattest Du ja anscheinend wirklich glück, bei Aldi! Dinkel gibt es in Deutschland übrigens durchaus häufig, wir kaufen einige Dinkelprodukte und Dinkelmehl bei Alnatura. Ich mache gerne Dinkelpfannekuchen mit an der Mühle bei Alnatura selbstgemahlenem (parallel mehrere Gradationen!) Mehl.
        Herzlich Giorgio

        • Arletta Rusterholz sagt:

          Lieber Giorgio! Ich find das so cool, ich habe eine Packung Dinkelmehl hier und wusste nicht so recht wie weiter damit… natürlich! Alles klar! Dinkelpfannkuchen! Danke für den Tip! Mit herzlichen Grüssen, Arletta

          • Giorgio sagt:

            Sehr gerne, liebe Arletta, es freut mich, wenn Dir die Idee gefällt! Mach doch dann ein Blogrezept daraus, bin nämlich gespannt, wie Du es anfängst. Ich meine mich zu erinnern, dass ich da auch noch etwas anderes Mehl rein getan habe, damit es insgesamt besser bäckt. Also, ein wenig Weizenmehl. Geht aber sicher auch ohne, würde ich mich inzwischen auf jeden Fall trauen.
            Herzlich Giorgio

  4. Arletta Rusterholz sagt:

    Lieber Giorgio! Ich habe gestern Pfannkuchen gebacken aus Dinkelmehl, Eiern, Milch und Wasser. Sind prima geworden, hatten einen leicht „rustikalen“ Geschmack irgendwie. Aber da ich sie mit Maiskörnern/Tomate/Gurke und Dressing serviert habe, hat das ganz gut gepasst. Wie es dann allerdings in Kombination mit Süssem ist, müsste ich ausprobieren. An ein Blogrezept habe ich auch schon gedacht natürlich 🙂 Mit lieben Grüssen, Arletta

    • Giorgio sagt:

      Liebe Arletta, herrlich, wir befruchten uns da gerade sehr gegenseitig: Ich habe gestern nämlich AUCH Dinkelpfannekuchen gemacht, nachdem wir da so lange drüber geredet haben. Nachdem Du es nun mal ganz mit Dinkel gemacht hast, würde ich das nächste Woche gewiss auch mal probieren. Finde ich total mutig von Dir, ich zögere da sehr. Rustikalen Geschmack mag ich nämlic sehr.
      Ich habe es gestern erstmal so gemacht: Ich habe bei Alnatura Dinkel gemalen / geschrotet, es wurde relativ grob, ich denke, 0,5 mm Korngröße, und aber teilweise feiner. Daher habe ich befürchtet, ob eventuell die Schrotstückchen zu hart sind, für den Pfannekuchen. So habe ich den Teig 4 Stunden vor dem Ausbacken angerührt, damit alles durchquellen kann. Ich habe also zur Hälfte Dinkelschrot, dann noch 1/4 Dinkelmehl, das ich noch bei mir fand, und 1/4 Weizenmehl rein getan, damit es lockerer wird. Ausgebacken mit Tomaten drauf, zum Schluss geriebener Käse auf die Tomaten, noch einmal umgeworfen und auf dem Gesicht (Tomatenseite) mit dem Käse bei stetiger Bewegung ausgebacken, umgeworfen (Tomatenseite oben) und serviert.
      War offenbar sehr lecker. Da ich aber selbst nichts gegessen habe (Entlastungstag), kenne ich den Geschmack nicht genau. Hatte nur vorher einen TL von dem Teig probiert. Der war unglaublich lecker. Wie kann man eigentlich quasi so teigartige Getreidemehlpampen machen, die man essen kann? Das frage ich mich zunehmend, wenn ich merke, wie lecker Teig schmeckt, und dass es fast schade ist, ihn auszubacken.
      Herzlich, Giorigo

  5. Arletta Rusterholz sagt:

    Hallo Giorgio! Die Sache mit dem Dinkelschrot ist ja interessant! Und dann noch in einem doch recht hohen Gesamtanteil. Ich denke, das lange Quellen war bei Deinem „Experiment“ sicher empfehlenswert. Schön, dass es so gut gelungen scheint! Ich habe ja jetzt „nur“ mit Dinkelvollkornmehl gearbeitet und zwar nicht zuletzt aufgrund des Buches „my new roots“ von Sarah Britton, sie hat da nämlich ein Rezept für Pizzateig, Calzoni und Fladenbrote drin und arbeitet da auch ausschliesslich mit dem Dinkelvollkornmehl. So dachte ich mir, es müsse auch für Pfannkuchen akzeptabel werden. Was mich nun wirklich reizt, und ich werde es in den kommenden Tagen bestimmt versuchen, ist die Kombination dieses spezifischen, nussigen Geschmacks mit etwas Süssem… Ich habe die Idee, dass gerade EXTREM süsses, wie Ahornsirup, sich da interessant kombinieren liesse. Wenn’s klappt, gibt’s das Rezept hier, versprochen 🙂 mit lieben Grüssen, Arletta

    • Giorgio sagt:

      Bin ja sehr gespannt. Und nach wie vor begeistert, dass Du mich auf die Grundidee gebracht hast: Ich hatte von dem coolen Teig mit dem hohen Schrotanteil am nächsten Tag noch war übrig. Nicht genug, um satt zu werden. Habe dann das Eiweis von drei Eiern zu Eischnee verarbeitet und die zusammen mit den Eigelbs unter den Teig gehoben. Das gab eine wunderschöne Farbe, ein ganz helles gelb. Ich habe das dann wie ein französisches Omelette ausgebacken. Das war nochmal superlecker. Man, herrlich. Dinkel! Danke Dir, d`Arlette!

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