Oh Palmenbaum*

Bitte lasst uns einfach weiterleben...

Bitte lasst uns einfach weiterleben…

Advent… die Zeit im Jahr, die eigentlich besinnlich sein sollte. Nun ja, mir ist nichts bekannt, was weniger besinnlich und noch weniger nachhaltig ist als das angestrebte Weihnachstfest und der damit verbundene Konsumrausch. Mal abgesehen vom „Stress“, der für die Gesundheit und die eigentlich angestrebte gesellschaftliche Harmonie auch nicht eben ohne ist. Völlerei und überquellende Müllcontainer nach den Feiertagen erzeugen bei mir Ratlosigkeit. Aber es gibt es da eine Sache, die mir ganz besonders sauer aufstösst:

34 Millionen (!) Christbäume werden jährlich in der Schweiz, Deutschland, Oesterreich und Liechtenstein zusammengefasst, gerodet. Rund eine Million davon entfallen auf die Schweiz. Nachzulesen sind diese Fakten auf den Seiten des WWF. Was für ein traumhaft schöner, riesiger Wald gäbe es aus diesen Bäumchen, müssten sie nicht ihr Leben lassen, um nach längstens drei Wochen Degradierung zur Deko dann im Müll zu landen. Und weit nicht jedes angepflanzte Bäumchen schafft überhaupt die Karriere zur Deko mit Erfolg, denn wer will schon einen krummen oder kümmerlichen Baum kaufen. Eben.

Für 34 Millionen Christbäume muss also natürliche Waldfläche gerodet werden um Platz für diese Monokulturen zu schaffen, die wiederum der Biodiversität komplett abträglich sind und zudem noch für ausgelaugte Böden sorgen. Dies infolge von Überdüngung, denn das Grünzeugs soll ja schliesslich schnell wachsen, was wiederum die Qualität des Grundwassers nicht besonders freut. Damit die Bäume dem Käufer einige Tage zur Freude gereichen, werden sie zur Frischerhaltung noch zünftig mit Chemikalien hochgiftiger Natur imprägniert.

Einen Plastikbaum nehmen stattdessen? Die Dinger sehen inzwischen wirklich täuschend echt aus. Aber da wäre erstmal die Sache mit dem Plastik an sich und dann der Fakt, dass die meisten künstlichen Bäume in China produziert werden, sie haben also eine lange Reise hinter sich. Der ökologische Fussabdruck des Plastikbaums ist im Prinzip erst dann vertretbar, wenn der Käufer ihn über mindestens 20 Jahre Weihnachten für Weihnachten wieder nutzt. Die meisten dieser „Bäume“ landen aber bereits nach sechs Jahren schon im Müll, so berichtet der WWF.

Wer trotzdem dekorieren mag: es gibt ganz witzige, kreative, kostengünstige und ökologisch sinnvolle Alternativen. Die Yucca-Palme, die sich das ganze Jahr über gelangweilt in der guten Stube räkelt, zu behängen zum Beispiel. Das gibt dieses Flair, welches Weihnachten in südlichen Ländern versprüht. Oder wie wäre es, die Fichte draussen im Garten zu schmücken? Oder sich eine Weisstanne im Topf für den Balkon anzuschaffen. Lässt sich ebenfalls auf vielfache Art schmücken und ist speziell  ungeschmückt ein Schmuckstück. Aber bitte nicht für die Festtage reinnehmen, diese Pflanzen vertragen die trockene Wärme unserer überheizten Domizile nämlich gar nicht und erholen sich von einem abrupten Klimawechsel oft gar nie mehr.

Warum dekorierst Du nicht mich?

Warum dekorierst Du nicht mich?

...oder mich? Als Tanne, draussen im Topf eigne ich mich doch bestens!

…oder mich? Als Tanne, draussen im Topf, eigne ich mich doch bestens!

Wie halten Sie es mit der Weihnachtsdekoration, liebe Leserinnen und Leser? Welche kreativen Alternativen nutzen sie statt der sinnlosen Baumtötung? Ich freue mich auf Ihre Kommentare und wünsche Ihnen eine romantische Adventszeit.

*Titel in Anlehnung an den gleichnamigen Spielfilm von Xaver Schwarzenberger (D/A 2000) mit Martina Gedeck in der Hauptrolle

Für mehr Hintergrundinformationen zu Umweltthemen : WWF

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