Textiles Detox: ein Zwischenbericht

Mein Vorhaben für dieses Jahr, namentlich keine Kleidung und auch keine Heimtextilien zu kaufen, hatte ich unter Textiles Detox vorgestellt. Fast vier Monate sind seither vergangen. Zeit für eine erste Zwischenbilanz.

Wurde ich meinem Vorhaben in der Zwischenzeit untreu? Nein.                                  Vermisse ich den übermässigen Kauf von Kleidung und sonstigen Textilien? Nein.    Benötige ich zum jetzigen Zeitpunkt neue Textilien? Nein.                                                Schaue ich mir Kleiderkataloge überhaupt noch an? Nein.                                                     Gibt es trotz Konsumverzicht neue Textilien im Haus? Ja, ein selbstgestrickter Pullover. Werde ich den Textildetox fortführen? Definitiv ja.                                                               Spare ich dadurch Geld? Jein. Denn ich investiere gerne in etwas teurere Wolle aus unterstützenswerten Projekten wie FairAlpaka, zudem ist Stricken nunmal mein Hobby.

Gibt es Bemerkenswertes im Zusammenhang mit dem Detox? Ja. Ich entdecke immer noch Kleidungsstücke, von deren Existenz ich nichts wusste, geschweige denn, wo, wann und warum sie überhaupt je gekauft wurden. Dadurch entstehen immer wieder neue und spannende Kombinationsmöglichkeiten mit Lieblingskleidungsstücken. Und ich hinterfrage generell vermehrt mein Konsumverhalten.

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10 Kommentare zu Textiles Detox: ein Zwischenbericht

  1. Almuth sagt:

    ..und vielleicht kann man die alten Stücke sogar noch umarbeiten oder verwerten ? Toll, dein Projekt ! Jedenfalls sehr lobenswert, was du machst !! Und interessant, daß du es nicht vermißt 🙂 Da du schon 4 Monate durchgehalten hast, bin ich optimistisch, daß es bei dir so weiter geht. Es ist in der Tat erstaunlich, was man im Laufe der Jahre so angehäuft hat, von dem man nicht mal mehr weiß ?!!
    Ich beneide dich um deine Strickkunst. Das liegt mir leider nicht so. Damit kann man seine Bekleidungspalette ja hin und wieder erweitern, wenn man mal etwas Neues haben möchte und dabei noch andere mit interessanten Projekten unterstützten kann. Alte Shirts, die aus der Mode, aber noch gut in Schuß sind, werden bei mir gerne mal zu Schlafshirts umgewandelt 🙂 Eine gute Sache sind auch Kleidertauschbörsen. Bin gespannt, wie es weitergeht und auf was für Ideen du sonst noch kommst !

    • Arletta Rusterholz sagt:

      Vielen Dank, liebe Almuth, für Deinen Kommentar! Umarbeiten von alten Textilien, das ist wiederum leider nicht so mein Fach, denn die Nähkunst, die liegt mir gar nicht. Aber, das wäre eine richtig gute Sache. Dies zu erlernen, würde sich bestimmt sehr lohnen. Schliesslich habe ich mir auch das Stricken mit Tutorials auf YouTube beigebracht, ich hatte nämlich vollkommen vergessen, wie das funktioniert. Strickkunst ist es nicht unbedingt (aber danke für das Kompliment) aber immerhin sind die Sachen tragbar und fühlen sich halt ganz anders an als gekaufte Pullover. Ich fass es selber kaum, wie gedankenlos ich noch bis vor kurzem Kleidershopping betrieben habe. Ich denke sogar, ich werde diesen „Detox“ länger als nur ein Jahr betreiben. Ich werde berichten! Mit ganz lieben Grüssen, Arletta

  2. Giorgio sagt:

    Hallo, Du nimmst mir damit die Führung wieder aus der Hand, denn ich wollte im Mai einfach unter Deinen alten Post schreiben, wie es sich bei mir entwicklet hat, denn: Ich habe Deine Anregung direkt übernommen und verzichte ebenfalls auf den Neukauf von Textilem. Auch ich habe es bisher geschafft. Mal sehen, wie es sich entwickelt, denn ich hatte ja gesagt, so, wie Du Dir Stricken als Inkonsequenz erlaubst, würde ich mir eventuell SecondHandKleidung als Inkonsequenz erlauben. War bisher aber nicht nötig. Im Winter aber werde ich einemal für einen Anlass einen Smoking (!) benötigen, was ich eigentlich albern finde, und ich werde ganz gewiss keinen neuen kaufen. Secondhand wird man mit Smokings eingentlich überschüttet, da die in Kleiderschränken meist irgendwann auflaufen. Auf jeden Fall könnte das höchstens mal passieren. Ansonsten war ich schon zweimal in Secondhand-Läden und habe meine Latte sehr hoch gesetzt, da ich ja eigentlich verzichten möchte, und daher auch wirklich nichts gekauft. War mindestens genauso befriedigend, wie das Etwas Kaufen.
    Herzlich Giorgio

    • Arletta Rusterholz sagt:

      Lieber Giorgio!
      Herzlichen Dank für Deinen Kommentar! Der letzte Satz trifft es genau: vor dem „Detox“ fühlte ich mich super, wenn ich etwas gekauft hatte. Heute fühle ich mich super, gerade weil ich NICHTS kaufe. Weil ich an den Verlockungen ganz einfach vorbeispaziere. Für mich hat es auch mit Disziplin zu tun. Eigentlich bin ich äusserst diszipliniert, die Klamottenkauferei war wohl eine Art unterbewusster Ausgleich dafür. Mittlerweile macht mir dieser „Detox“ sogar richtig Spass. Das fördert nämlich die Kreativität. So wie ich Stricken gelernt habe, so werde ich mir nun noch das Nähen beibringen. Ich habe tatsächlich Stoff gefunden, mitgebracht mal von einer Reise und im Schrank vergessen. Den Wickelrock, den ich so gerne hätte, den nähe ich mir nun aus diesem Stoff.
      Dir auch weiterhin viel Spass bei Deinem „Detox“ und herzliche Grüsse,
      Arletta

  3. Almuth sagt:

    Liebe Arltetta, ein bißchen hast du mich angesteckt ! Gestern stand ich vor Dekokram und Gartenmöbelzeugs und war versucht, mal wieder was mitzunehmen. Da dachte ich an dich und deinen Beitrag und habe überlegt, daß ich für die Möbel was selber nähen kann und nicht immer wieder neuen Dekokrams brauche. Klar, kann man sich mal was gönnen, aber im Grunde hat man doch schon eine ganze Menge, die, wenn sie nicht rumsteht, in Kisten verstaut ist. Oft ist es doch eine Ersatzbefriedigung..Liebe Grüße, Almuth

    • Arletta Rusterholz sagt:

      Ah liebe Almuth, ich find’s schön zu lesen, dass Beiträge doch ab und an was bewirken. Mir macht einfach die Konsumgesellschaft und die damit verbundene Abfallmentalität Sorgen. Abfälle sind eh das Umweltproblem Nummer 1! Ich hatte ja geplant, EIN Jahr lang nichts mehr zu kaufen. Hmmm. Ein halbes Jahr ist schon bald mal um. Ich bin mir jetzt schon ziemlich sicher, dass ich diesen Detox verlängern werde. Ich glaube, ich habe so viel gekauft, weil ich das Gefühl hatte, mir was gönnen zu müssen. Und ich realisiere erst jetzt, dass ich mir auch Immaterielles gönnen kann. Mich mal hinzusetzen mit einem Kaffee und meine Pflanzen bestaunen zum Beispiel. So ganz bewusst. Die besten Sachen im Leben, die kann man eh nicht mit Geld kaufen. Mit lieben Grüssen, Arletta

  4. Almuth sagt:

    Liebe Arletta, du trifst es mit deinen Worten sehr gut. Ich habe mich in dem Moment auch gefragt, wieso „brauche“ ich das jetzt. Das muß ja nicht heißen, daß man sich nie wieder was „gönnt“, aber dann doch wirklich, wenns paßt, und nicht, weil man eine Lücke füllen will. Und du hast völlig Recht: die schönsten Momente kann man nicht kaufen. Ich bin schon ganz happy mit meinen Fluggästen oder Blümchen, mit dem Tee oder dem blauen Himmel. Ich will jetzt noch mit meinem seit Jahren andauernen Ausmisten fortfahren. Weggeben, verschenken, verbrauchen…etwas Ballast loswerden. Es gelingt mir noch nicht bei allen Dingen, aber jedes Jahr sortiere ich wieder etwas aus, von dem ich mich im Vorjahr nicht trennen konnte. Ich danke dir jedenfalls für die schöne Anregung durch deinen Beitrag, der mich zum Nachdenken gebracht hat 🙂 Liebe Grüße, Almuth (ist es bei euch warm oder so kalt wie hier ? 10 Grad…)

  5. Arletta Rusterholz sagt:

    Hallo liebe Almuth
    Wir sind hier auch eher auf der kühleren Seite mit rund 10 Grad und es regnet auch immer mal wieder.
    Sich aus der Konsumgesellschaft auszuklinken ist gar nicht so einfach. „Man“ hat das Gefühl, „man“ müsse das alles mitmachen, weil „man“ ja sonst irgendwie auch nicht dazugehört. Work – consume – die. Ich hab mich eines Tages gefragt, ob das wirklich alles ist? Hat das Leben nicht viel, viel mehr zu bieten, als einen Hype nach dem anderen? Will ich das eigentlich mitmachen? Nein. Und tat es mir in irgendeiner Form gut? Nein. Und dann kommen wir genau zu dem, was Du schreibst: irgendwann will/muss man den ganzen einmal angeschafften Ballast wieder loswerden. Eigentlich irre, oder? Aber mir geht es ganz genau auch so. Das einzige, was ich wohl nie schaffen werde, ist ein Bücher-Detox. Ich liebe Bücher einfach über alles. Das ist denn auch so der einzige „Luxus“, den ich mir nicht abgewöhnen will.
    Ich werde hier weiter berichten!
    Mit lieben Grüssen,
    Arletta

  6. Almuth sagt:

    Das mit dem „man“ müßte das mitmachen wars bei mir weniger. Aber ich denke häufig war es ein Lückenfüller für Gefühle. Viele Jahre hatte ich sehr wenig Geld. Da hab ich mir das Schaufenstergucken ein wenig abgewöhnt. Aber so Kleinkram, der hat dann hin und wieder doch gereizt. Bei Pflanzen kann ich auch nicht nein sagen ! Da hat jeder so sein Themengebiet 🙂 Ich hab gerade ein paar alte Taschenbücher aussortiert. Hier gibt es einen Bücherschrank, wo ich gerne mal was zum Lesen leihe und dort landen auch einige Bücher aus meinem Haushalt (Romane, Krimis und so). Die Fluktuation ist recht groß und das ist eine prima Sache ! Du hast Recht: es ist insgesamt irre, was man sich in seinem Leben so alles zulegt. Vieles brauchen wir nicht oder benutzen es einmalig….total verrückt ! Bei uns zu Hause wurde früher so viel selber gemacht (genäht, Gemüse gezogen, am Haus gewerkelt, Puppenstube und Eisenbahn für die Kinder gebaut :-). Das hat man sich bei den heutigen Preisen und der Wegwerfgesellschaft so richtig abgewöhnt. Leider ! Dadurch ist auch Wertschätzung verloren gegangen. Ein spannendes Thema und toll, daß du das hier hinterfragst. Vielleicht machen noch mehr Menschen mit ?!! Liebe Grüße sendet dir Almuth

    • Arletta Rusterholz sagt:

      Das Thema ist sehr weitläufig und ich finde Deine Ansichten dazu sehr interessant, liebe Almuth. Ich überlege mir manchmal, auf welches andere Gebiet des Konsums ich den Detox ausweiten könnte. Nur eines weiss ich sicher: bei Pflanzen würde ich sofort versagen. Obschon ich mir immer wieder einbläue, dass keine Pflanzen mehr angeschafft werden, das Wort „NEIN“ setzt sich sofort ausser Kraft, wenn mich eine leckere Bienenweide, oder was Nettes und Fressbares für die Meerschweinchen „anlächelt“ im Gartencenter. Oder ich so eine arme Kreatur im Abfall finde oder dann neulich dieser kleine Baby-Haselstrauch im Wald, der jetzt vor sich hinwuchert hier im Topf. Kein Wunder, wird der Balkon zusehendes „kleiner“, ich hätte ja gerne mal wieder so richtig Besuch, aber wohin mit den Leuten, auf dem Balkon jedenfalls ist kein Platz mehr. Und so ging es mir auch mit der Wohnung. Da hat sich Kram angesammelt, für den ich ja schliesslich arbeiten ging, und dann kam der Moment an dem ich meinen Arbeitsplatz nach Hause verlagern musste und damit die Frage, wo ich hier denn arbeiten könnte, da kein Platz im Hause. Ich brauchte zwei Wochen, um die Bude so weit aufzuräumen und mich von allerhand Vergessenem und Unnötigem zu trennen, bis ich tatsächlich meinen Arbeitsplatz daheim einrichten konnte. Tja, Platz ist hier genug. Es gab einfach zu viel Kram. Dieser Kreislauf hat für mich etwas ziemlich Groteskes. Wie oft klagt mir jemand, sie/er brauche eine grössere Wohnung, da alles aus den Nähten krache. Naja, wie wär’s mal mit Entmüllen? Und wofür eigentlich so viel arbeiten, wenn man sich dann doch nur mit Zeugs eindeckt, das zur Last wird und nervt und nicht mal nachhaltige Freude bereitet? Hmmm. Fragen des Lebens. Liebe Grüsse schickt Dir, Arletta

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