Was Rotkehlchen wünschen

Ein Spaziergang für mich…

Kalt ist es dieser Tage. Eisig kalt. Und so soll es auch sein mitten im Winter. Trotz aktuellem Textilien-Detox habe ich genügend warme Kleidung und so ein Spaziergang tut mir immer gut. Es beflügelt die Gedanken sozusagen. Und der warme Tee danach schmeckt mindestens zehnmal so gut wie sonst.

In den letzten Tagen ist mir ein Rotkehlchen aufgefallen auf dem Balkon. Ich hatte den Eindruck, dass es mit „normalem“ Vogelfutter nicht viel anfangen kann und hinauffliegen zu den freihängenden Fettblöcken und Meisenknödeln, das klappt bei Rotkehlchen nicht wirklich. Geht ja gar nicht, zweistellige Minustemperaturen nachts und ein hungriges Rotkehlchen, während sich die anderen Vögel ihre Bäuchlein vollschlagen. Da habe ich gelesen in verschiedenen Vogel- und Gartenforen, dass Rotkehlchen nur mit allerfeinsten Saaten etwas anfangen können. Und von diesen findet man in konventionellem Vogelfutter wirklich kaum was.

Ich also ab in den Landhandel. Und raus wieder mit reichlicher Saatenausbeute von Fenchel, Anis, Schwarzkümmel, Kümmel, Ajowan, Wacholder, Sonnenblume, Koriander, Flohsamen, Lein, Mohn, Sesam, Dill, Hanf, Mariendistel, Amaranth, Chia und Quinoa. In meiner Aufzählung dürfte noch einiges fehlen. Wie viele kleine und kleinste Körnchen da wohl zusammenkamen? Aber bezahlt habe ich einen Bruchteil dessen, was ich für „normales“, fertig abgemischtes Vogelfutter sonst so zahle.

Daheim habe ich die Delikatessen nochmals durchmischt, gut abschliessbar versorgt und dann das Saaten-Näpfchen rausgestellt. Keine Minute verging und das Rotkehlchen sass über dem Napf und stärkte sich für die bitterkalten Nachtstunden. Ein Anblick, der mich so glücklich machte! Rotkehlchen-Fotos kann ich leider keine zeigen, das Tierchen ist so scheu. Vielleicht sind’s ja auch mehrere Rotkehlchen, aber ich sehe jeweils nur eines aufs Mal. Einzelgänger vielleicht. Ausreichend verwöhnt Satt dürften sie nun alle sein!

…und neues Futter für das hungrige Rotkehlchen

Einer, der immer den Überblick hat: seit vielen Jahren unser Outdoor-Manager, sorgt diese Amsel für ein friedliches Miteinander unter den Futtergästen

 

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6 Kommentare zu Was Rotkehlchen wünschen

  1. Giorgio sagt:

    Eine Geschichte mit Happy End. Super, dass Du das Problem lösen konntest, mit einem soooo reichen Speiseplan nun!
    Herzlich Giorgio

    • Arletta Rusterholz sagt:

      Ich bin auch froh, lieber Giorgio! Ich will ja, das ALLE Vögel für sie passende Nahrung finden hier und niemand leer ausgeht. Der Saatennapf findet grossen Anklang, auch bei anderen kleinen Vögeln und ich frage mich, warum ich nicht schon früher drauf gekommen bin… Mit lieben Grüssen, Arletta

  2. Giorgio sagt:

    Man löst eben jedes Problem erst, wenn es kommt! Meine Mutter hat den schönen Spruch: Jeder Tag hat genug an seiner Plage!
    Herzlich Giorgio

  3. Almuth sagt:

    Liebe Arletta, prima, daß du was gefunden und den Rotkehlchen nun was bieten kannst. Das ist ja total interessant ! Ich wundere mich schon seit einiger Zeit, daß ich das Rotkehlchen diesen Winter gar nicht zu Gesicht bekomme. Letzten Winter hat es sich durchaus an den Erdnüsse o.ä. bedient. Aber wahrscheinlich war das nicht optimal. Ich werde mal Ausschau halten, ob ich nicht noch anderes Futter finde. Ich sehe auf deinem Foto auch Leinsaat – geht das auch ?
    Vielleicht läßt sich der Vogel irgendwann noch mal fotografieren. Viel Freude mit den niedlichen Gesellen 🙂
    Herzliche Grüße,
    Almuth

    • Arletta Rusterholz sagt:

      Liebe Almuth! Die absolute Luxus-Fütterung für Rotkehlchen wären eigentlich getrocknete Mehlwürmer! Aber bei aller Liebe… auch bei geschabten Trockenfleisch muss ich leider passen. Die feinen Saaten kommen ja gut an und Hauptsache, die Tierchen leiden keinen Hunger. Ja genau, das ist Leinsaat, da habe ich heute gleich noch Nachschub geholt, das kommt gut an. Auch diese ganz zarten Haferflocken mische ich jetzt mal unter. Naja, inzwischen bedient sich nicht nur das Rotkehlchen vom Saatennapf, die ganze Tannenmeisenfamilie sass heute Morgen um den Napf herum. Süss. Zum Glück wird es jetzt auch wieder ein wenig „wärmer“ in den nächsten Tagen. Mit lieben Grüssen, Arletta

  4. Pingback: „Reise-Vögel“ | naturaufdembalkon

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