Wenn sich Gartenmelden vom Balkon melden…

                   

Vor dem Haus frieren die Beerensträucher und die Felder sind mit Reif überzogen. Derweilen gedeiht auf dem geschützten Balkon die Gartenmelde (Atriplex hortensis), auch bekannt unter dem Namen Spanischer Spinat oder Spanischer Salat. Das Gemüse hat sich hier selbst ausgesät. Fast alles, was ich in Büchern über dieses Wildkraut gefunden habe, handelt von dessen Vernichtung! Schade, denn bei der Gartenmelde handelt es sich um ein uraltes Gemüse, welches es nirgends zu kaufen gibt. Es scheint, als sei hier im Laufe der Zeit viel wertvolles Wissen verloren gegangen. Über 300 Meldenarten sind weltweit bekannt, viele davon sind äusserst gute Nahrungspflanzen für Schmetterlingsraupen. Die Gartenmelde schmeckt wie Spinat und wurde offensichtlich von diesem im Kulturanbau verdrängt. Den einzigen Nachteil im direkten Vergleich zu Spinat sehe ich darin, dass man die Gartenmelde nach der Ernte schnell zubereiten verfüttern sollte, denn die Blätter welken schnell. Nun ja, die begehrte und gesunde Delikatesse  wandert jeweils direkt ins Kleintiergehege, wo sie keine Chance hat, welk zu werden…

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5 Kommentare zu Wenn sich Gartenmelden vom Balkon melden…

  1. Almuth sagt:

    Mir ist so, als wäre Melde auch zu Kriegszeiten vielfach gegessen worden. Viele alte Gemüse sind ja in Vergessenheit geraten. Nur bei so manchem Biobauern tauchen sie wieder auf. Topinambur oder Reneclauden waren auch lange nicht zu kaufen….interessant, daß sie sich bei dir ausgesät hat 🙂

    • Arletta Rusterholz sagt:

      Liebe Almuth! Was sich selber aussät, das gedeiht in der Regel am besten, so meine Erfahrung und deshalb mag ich „Unkraut“ aller Art so gerne. Der Verein „Pro Specie Rara“ kümmert sich hier um altes/vergessenes Gemüse, welches nun teilweise sogar wieder Einzug in den Supermarkt hält. Sinnvoll, wie ich finde. Sinnvoller jedenfalls, als Exotisches von weither anzukarren. Von Topinambur habe ich zwei Knollen einfach in die Erde gesteckt letzten Frühling und daraus sind enorm grosse Pflanzen gewachsen, ähnlich wie Sonnenblumen. Mit lieben Grüssen, Arletta

  2. Almuth sagt:

    Stimmt, die werden ziemlich groß gell ? Gute Idee. Ich hab mal Leinsaatsamen ausgesät – ein Tip einer Freundin – und die wachsen auch fix. Nach dem Verein muß ich mal gucken. Hört sich gut an. Dank der Biobauern sind inzwischen ja auch ein paar Sachen wieder „in“, die lange Zeit in Vergessenheit waren. Allerdings ist der Anbau manchmal aufwendiger, aber wie du sagst, es muß ja nicht alles aus Übersee rangekarrt werden, nur damit wir noch etwas ausgefallenes mehr auf unseren vollen Tellern haben…Liebe Grüße ! – Sag mal, irgendwie „Folgen“ kann man deinen Beiträgen nicht, oder ?

  3. Arletta Rusterholz sagt:

    Hallo Almuth! Ja, Topinambur erreicht Sonnenblumengrösse! Das stimmt, vieles ist im Anbau aufwändiger und teilweise nicht ganz so ertragreich und wird oder wurde deshalb von „Hochleistungspflanzen“ verdrängt, die aber teilweise vom ökologischen Gesichtspunkt her überhaupt keinen Sinn machen. Ich werde hier in Kürze etwas über den Anbau von Dinkel schreiben, auch so ein Uraltgetreide, das verdrängt wurde, mittlerweile haben aber die Biobauern wieder fleissig mit dem Anbau begonnen, weil das Getreide viel stabilere Erträge liefert! Meinen Beiträgen folgen *grübel*… öööhm ja, da mach ich mich mal kundig wie wo was und so… Mit lieben Grüssen, Arletta

  4. Almuth sagt:

    Bin gespannt auf den Dinkel. Buchweizen ist auch eher rar oder ? Aber mit Getreideanbau und dergleichen kenne ich mich leider nicht besonders gut aus. Ich freue mich aber, wenn so etwas angebaut wird, was auch ökologisch Sinn macht 🙂

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